Tag 12 (Fr 1.6.2012): S’Arenal, Palma und Heimreise

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S’Arenal

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Frühmorgens ist der Strand von S’Arenal noch menschenleer.

Alles über El Arenal

El Arenal, auch nur als Arenal oder S’Arenal bekannt, ist ein hochdynamischer Ferienort an der Südküste von Mallorca und am östlichen Ende des 6 km langen Strandes «Playa de Palma». Er liegt nur 5 km vom Flughafen Son Sant Joan entfernt und 10 km östlich der Stadt Palma de Mallorca. Zunächst war El Arenal von Arbeitern aus den Sandsteinwerken besiedelt worden, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus der Stadt Lluchmayor im Inselinneren herkamen. Das erste Hotel entstand 1914 unter dem Namen Hotel Terminus und die Stadt verfügte ausserdem über ein kleines Hafenbecken für die Fischerei. In den 1950er Jahren blühte der Ort richtig auf und inzwischen ist er vollständig mit den angrenzenden Küstenressorts verschmolzen. Als Antwort auf die rasante Erschliessung streben die mallorquinischen Behörden nachhaltige Verbesserungen für Arenal an. Gegenwärtig zieht Arenal unzählige Urlauber an, die sich am Strand, in Kneipen und Clubs vergnügen wollen. Zwar ist es nicht ganz so verrufen wie Magaluf, aber auch in Arenal kann es lärmend und ruppig zugehen. Ideal für Leute, die feiern und sich rund um die Uhr ins Getümmel stürzen wollen. Wer Ruhe und Frieden sucht, ist hier eindeutig fehl am Platze.

Wahrzeichen von Palma de Mallorca

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Die Kathedrale «La Seu» im strahlenden Blau des mallorquinischen Morgenhimmel.

Daten zu «La Seu»

Das Wahrzeichen von Palma de Mallorca ist die gotische Kathedrale La Seu. Das prachtvolle Bauwerk zählt zu den Prunkstücken gotischer Architektur. Die Grundsteinlegung erfolgte schon 1230 durch König Jaume I. Aber erst im 16./17. Jahrhundert wurde der Bau vollendet. Die heutige Form erhielt die Kathedrale erst 1904 durch den Architekten Antoni Gaudí. Das Innere der Kathedrale umfasst eine Fläche von etwa 6’600 m² und hat eine Höhe von 44 m. Das Gewölbe wird von 14 Säulen getragen. Sehr eindrucksvoll sind die 7 Fensterrosen. Im Apsisbogen befindet sich die grösste, mit einem Durchmesser von 11.15 m. Das eindrucksvolle Äussere wird noch von der Wirkung des dreischiffigen, 109 m langen und 39 m breiten Innenraums übertroffen. Das Hauptschiff hat eine Breite von 19.4 m und übertrifft damit andere Kathedralen bei weitem (z.B. Köln mit 12.6 m).

Der Königspalast

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Auch der Königspalast «Palacio Real de La Almudaina» zeigt sich noch einmal von seiner schönsten Seite.

Daten zum Königspalast La Almudaina

La Almudaina war unter der Herrschaft von Jaume II, Sancho I und Jaime III Sitz des unabhängigen Königreichs Mallorca, bis die Insel unter Pedro IV dem Königreich Aragón angegliedert wurde. Die heutige Burg ist das Ergebnis der Umbauten, die 1281 am maurischen Alkazar vorgenommen wurden. Sie besteht aus einem rechteckigen Festungsturm mit dem Palast des Königs und dem Palast der Königin sowie dem sogenannten Tinell-Saal, der Königskapelle und den Innenhöfen. Im Inneren sind vor allem die verschiedenen Wandteppiche und das Mobiliar aus diversen historischen Baudenkmälern hervorzuheben. Heute wird das Gebäude vom jetzigen spanischen König als Residenz für offizielle Feiern während der Sommermonate genutzt.

Kunstwerk aus Keramik von Joan Miró

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Dieses Kunstwerk aus Keramik von Joan Miró hat nach dem Besuch des Museums Fundació Pilar i Joan Miró eine noch grössere Bedeutung.

Miró und Mallorca

Schon von einem sehr frühen Alter an verbrachte der junge Miró viele Sommer auf Mallorca bei seiner Grossmutter und es war hier, wo er die Objekte, die ihn faszinierten, malte. Mallorquinische Windmühlen, sinnliche Meerlandschaften, die großen Gebäude der Stadt Palma… Sie alle tauchen in seinen frühen künstlerischen Versuchen auf. Viele von Mirós Gemälde lassen einem Mallorca buchstäblich fühlen. Helle Türkisfarben, die kristallklares Wasser und mediterranen Himmel darstellen, Rot- und Grüntöne, die für Früchte der Erde stehen und diese starken schwarzen Linien, vielleicht eine Reminiszenz an die traditionellen Kostüme die von vielen mallorquinischen Frauen dieser Zeit getragen wurden. Seine wilden Schnörkel und die helle Farbpalette veranlassten Künstler wie Andre Breton dazu, Miró «den Surrealisten von uns allen» zu nennen. Mirós mallorquinische Beziehungen wurden weiter gestärkt, als er sich in ein Mädchen aus Mallorca, Pilar Juncosa, verliebte. Die beiden heirateten im Jahr 1929.

Kutschenfahrt durch Palma

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Wir sind am liebsten zu Fuss unterwegs, deshalb verzichten wir auch heute auf eine Kutschenfahrt durch Palma.

Palma und Kutschen

Die Stadtverwaltung von Palma hat bekanntgegeben, den Betrieb der Pferdekutschen in der Stadt bei grosser Hitze zu untersagen. Gibt das staatliche Wetteramt Aemet eine Hitzewarnung der Stufe Orange oder Rot heraus, dürfen die Droschken zwischen 12 und 17 Uhr nicht auf die Strafen. Ziel der Massnahme sei es, die Gesundheit der wärme-empfindlichen Pferde zu schützen. Neus Truyol, Tierschutzbeauftragte der Stadt, sagte: «Wir machen deutlich, dass uns das Wohlergehen von Tieren am Herzen liegt». Es könne nicht angehen, dass die Pferde bei Temperaturen von knapp unter 40° Celsius einen «10-Stunden-Tag» zu bewältigen hätten, so Truyol weiter. Die Kutscher hätten sich in Zukunft abends auf der Internetseite von Aemet darüber zu informieren, ob für den nächsten Tag eine Hitzewarnung gilt. Ist dies der Fall, müssen sie den Betrieb zu den festgelegten Stunden einstellen. Tierschützer auf Mallorca fordern seit Jahren ein generelles Verbot der Kutschen. In Palma kam es schon mehrfach zu Demonstrationen gegen die Gespanne. Schon öfters kam es gerade im Sommer zu Zwischenfällen, wenn Pferde einen Hitzeschock erlitten. 2014 war ein Huftier mitten auf der Avenida Jaime III wegen eines Hitzeschocks kollabiert. Ein Jahr später brach ein Pferd auf dem Paseo Marítimo zusammen.

«La Llotja»

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Auf unserem Spaziergang gelangen wir zur «La Llotja de Palma», auch bekannt als «La Lonja de los Mercaderes».

Informationen zu La Llotja de Palma

La Lonja, die Alte Warenbörse von Palma de Mallorca ist eines der schönsten Zivilgebäude auf der ganzen Insel. Mit seinem Bau wurde 1426 unter der Leitung von Guillem Sagrera begonnen und La Lonja war einst der Sitz der Handelskammer der Kaufleute.

Das Gebäude hat einen rechteckigen Grundriss. Der Innenbereich besteht aus einer einzigen Decke mit Kreuzbogengewölbe, welches auf schraubenförmigen Säulen ruht. Ein Garten trennt den Bau vom Meereskonsulat, dem Sitz der Regionalregierung, einem schönen Renaissancegebäude.

Gut erhaltene Stadthäuser

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Immer wieder können wir alte, aber sehr gut erhaltene Stadthäuser von Palma de Mallorca bewundern.

Palma de Mallorca lebt Tag und Nacht

In engen Altstadtgassen wie der Carrer de la Sacristía de Sant Jaume widerhallen abends die eiligen Schritte einsamer Fussgänger. Nach Sonnenuntergang geht es auf den Strassen der Altstadt, wie z.B. der Carrer Apuntadors, lebhaft zu. Die Sitzplätze in den Cafés der Altstadt, so auch vor Palmas ältester Bäckerei «Fornet de la Soca» auf der Plaza de Weyler sind äusserst begehrt. In dem mit Jugendstilarabesken geschmückten Laden gibt es wunderbare Ensaïmadas, das berühmte Hefegebäck Mallorcas. Aber auch neue Orte des schönen Müssiggang heissen die Besucher in der Altstadt willkommen, so der «Puro Beach Club», gebaut auf einer Klippe am offenem Meer nicht weit vom Flughafen. Hier wird tagsüber entspannt und abends gefeiert. Entlang dem Passeig Marítim ankern millionenschwere Yachten. Nicht alle Skipper zieht es auf See, der Geldadel trifft sich auch zu Lande gern an Deck. Nicht nur für Segler gilt: Was die Füsse tragen: Die mallorquinische Schuhmarke «Camper» geht weltweit noch immer gut. In Palma kauft man die Produkte in einem der drei Shops, z.B. an der Carrer Sant Miquel 17. Der Passeig des Born ist der Salon der Stadt, wo die steinernen Sphinxe die Promenade bewachen. Süssigkeiten in jeglicher Form gibt es in der schon im 17. Jahrhundert eröffneten Confitería Frasquet in der Carrer Orfila. Diese göttlichen Kreationen sind unwiderstehlich gut.

Gepflegte Blumenbeete

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Ja, wir sind in Palma de Mallorca. Gut ausgewählt für die Eigenwerbung ist dieser Fleck hier zwischen der viel befahrenen Hafenstrasse, der Palmenallee und den gepflegten Blumenbeeten. Das Kunstwerk wurde vom mallorquinischen Künstler Pep Llambías kreiert.

Essen und Trinken auf Mallorca

Die mallorquinische Küche ist vielseitig. Das Meer mit seinem Reichtum an Fischen und Meeresfrüchten nimmt einen grossen Stellenwert in der Küche der küstennahen Regionen ein. Im Landesinneren sind Eintopfgerichte als besondere Spezialität verbreitet. Das Frühstück der Mallorquiner fällt in der Regel recht spärlich aus (Kaffee und Kekse oder auch ein Croissant). Meist treffen sich die Mallorquiner vormittags in einem Café zu einem zweiten Frühstück. Mittags an Werktagen sind sie häufig in Cafés zum Mittagstisch anzutreffen. Hier ist das Essen günstig und wird schnell serviert. An den Wochenenden sind Landgasthöfe und Ausflugslokale das Ziel mallorquinischer Familien. Am Abend ist die Auswahl an Restaurants gross, vom einfachen Fischrestaurant bis hin zum Sternehaus, für mallorquinisches Publikum öffnen diese abends ab 20:00 Uhr. In touristischen Gebieten ist man natürlich auf die Essgewohnheiten der Gäste eingestellt. Die Restaurant eröffnen früher und bieten auch internationale Gerichte an. In exklusiveren Restaurants sollte man auf den Kellner warten, der einem dann einen Platz zuweist. Auch sollte man sich nicht einfach an einen schon besetzten Tisch hinzusetzten. Dies gilt auch für Bars oder Cafés. Der Wunsch nach einer getrennten Rechnung sollte schon bei der Bestellung mitgeteilt werden. Nach der Bezahlung lässt man das Trinkgeld einfach auf dem Tisch oder einem Geldteller liegen. Eine besondere Spezialität auf Mallorca ist die sogenannte «Coca de verdura». Die «mallorquinische Pizza» ist ein kalter Gemüsekuchen, der oft auf Buffets oder Festen serviert wird. Der Teig wird aus Mehl, Wasser, Olivenöl und Backpulver zubereitet. Anschliessend wird er mit einer Gemüsemischung aus Spinat, Mangold, Zwiebel, Lauch und Tomaten belegt und mit Paprikapulver, Knoblauch und Olivenöl abgeschmeckt. Eintöpfe und Pfannengerichte bilden einen grossen Bestandteil der mallorquinischen Küche. Vor allem Reiseintöpfe, wie der «Arròs brut» gehören dazu. Er wird unter anderem aus gemischtem Fleisch, Blumenkohl, Erbsen und Artischocken zubereitet und abschliessend mit Safran abgeschmeckt. «Brut» heisst «schmutzig», in diesem Zusammenhang bedeutet das so viel wie «Alles was der Kühlschrank an Fleisch hergibt» (Reste vom Lamm, Kaninchen, Schwein, Hähnchen usw.). Im Landesinneren werden oft auch Schnecken mit gekocht. Den Reiseintopf gibt es auch mit Fisch, «Arròs de Peix», mit Tintenfisch und Garnelen. Da das Meer rund um die Balearen eher fischarm ist, stand Fisch früher seltener auf dem Speiseplan der Mallorquiner. Mittlerweile ist Fisch ein Hauptbestandteil der mallorquinischen Küche, insbesondere in den Küstenregionen. Hierbei setzt man auf das bewährte Motto: Einfach und gut! Ein Beispielgericht wäre, gegrillter Tintenfisch mit «Picadillo» (Sosse aus Olivenöl, Petersilie, Knoblauch und Zitrone), dazu Salat, Kartoffeln und Alioli. Dieses Gericht wird in fast allen Strandlokalen angeboten. Als Geheimtipp kann man hier das «Can Lluch», direkt an der Cala Deia, nennen. Schweinefleisch ist auf Mallorca weit verbreitet. Auf vielen Speisekarten finden sich aber auch Geflügel, Kaninchen und Lamm in verschiedenen Variationen. Besonders lecker ist mallorquinisches Kaninchen, welches in viel Zwiebeln geschmort wird. Dazu gibt es meist Kartoffelecken.

«Carré en progression»

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Das moderne Relief «Carré en progression» aus Carrera-Marmor wurde 1999 vom argentinischen Künstler Julio Le Parc geschaffen.

Einige berühmte Persönlichkeiten Mallorcas

«Bastió de Sant Pere»

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Noch einmal führt der unser Weg an der «Bastió de Sant Pere» vorbei, in welcher sich das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst «Es Baluard» befindet.

Aus Urzeit und Antike Mallorcas

Die ersten Funde menschlicher Anwesenheit auf Mallorca, Knochen in Höhlen bei Valldemossa und Esporles, gehen auf die Zeit um 7’200 v. Chr. zurück. Die urzeitlichen Jäger, Fischer und Sammler, die schon Haustiere besassen, lebten in Höhlen oder einfachen Strohhütten, befestigte Wohnstätten sind nicht nachweisbar. Ab 1’800 v. Chr. bestattete man die Toten in Höhlen. Bald danach entstanden die ersten aus Stein gefertigten Anlagen: Dolmen und sogenannte Navetas. Über die Schöpfer und Bewohner dieser Bauwerke weiss man wenig, nur soviel: Sie dürften ein friedliches Volk gewesen sein, denn man fand keine Spuren von Befestigungen. In die Zeit zwischen 1’300 bis 123 v. Chr. weisen die geheimnisvollsten Steinbauten Mallorcas zurück: die Talayots. Es handelt sich dabei um die Ruinen hoher, aus unregelmässigen und zyklopisch großen Steinen errichteter Türme mit rundem oder viereckigem Grundriss. Die Funktion dieser Gebäude ist bis heute unklar, wahrscheinlich beherbergten sie Stammesführer, vielleicht dienten sie auch als Wachposten oder für kultische Zwecke. Talayots bestanden in allen Gebieten der Insel, meist umgeben von befestigten Siedlungen mit bis zu 500 Bewohnern. Diese waren Meister in der Kunst des Steinschleuderns und verdingten sich daher häufig als Söldner. So soll der punische Begriff ba’le yahro, werfen, zum Namen der Balearen geführt haben. Die talayotische Kultur entwickelte die Landwirtschaft, die Zucht von Rindern, Schafen oder Schweinen und wie Funde fremder Götterstatuen belegen, den Handel mit fernen Regionen, vor allem mit Metall. Das archäologische Erbe Mallorcas ist reich. Man schätzt, dass auf der Insel etwa 3’500 archäologische Stätten existieren. Erforscht wurde bisher nicht einmal die Hälfte davon, obwohl unter der Koordination des Museu de Mallorca ständig an etwa 20 Fundstellen Wissenschaftler tätig sind. Gleichzeitig «verschwinden» aber immer wieder Zeugen der Vergangenheit unwiederbringlich unter Baustellen oder gepflügten Feldern.

Verglaste Erker

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Viele der alten mallorquinischen Häuser verfügen über diese typischen verglasten Erker.

Mallorca Religionen und Glaube

Die Mehrzahl der Mallorquiner sind Katholiken. Der Katholizismus ist stark im Denken und Handeln der Spanier verwurzelt. Nach dem Tod des General und Diktators Francisco Franco und dem Ende eines Klerikalfaschismus konnten sich Religionsgemeinschaften wie Judentum, Hinduismus, Islamismus oder auch Buddhismus entwickeln. Sie stellen jedoch eine Minderheit dar. So bestimmen Gebetsgottesdienste (Andachten) und liturgische Feiern den Festkalender der Balearen. Zahlreiche Klöster, Kirchen und einfache Steinkreuze sind Symbole für den tief verankerten christlichen Glauben. Allerdings schadete die Bindung von Kirche und Diktatur (bis 1975) und diverse Skandale, von Kindesmissbrauch in Klosterschulen bis hin zum 2012 bekannt gewordene Kinderraub durch eine spanische Nonne, der katholischen Kirche sehr.

Altstadtgasse

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In den wunderhübschen engen Altstadtgassen ist es angenehm kühl.

Öffentliche Verkehrsmittel auf Mallorca

Die Linienbusse bieten eine tolle und kostengünstige Alternative zum Mietwagen oder Taxi. Allerdings ist man damit weniger flexibel und man muss viel Fahrzeit einplanen. Will man viel von Mallorca sehen, sollte man vorher alles gut durch planen und sich gut über die Busverbindungen und Abfahrtszeiten informieren. Die wichtigsten Orte und Strände werden regelmässig angesteuert und die Kosten für eine Busfahrkarte sind verhältnismässig gering. Zugegebenermassen gibt es sicher effizientere Verkehrssysteme, aber auch auf Mallorca kann man sich mit Bus und Bahn fortbewegen und auf diese Weise die Insel erkunden. Ihren zentralen Knotenpunkt haben die Busse übrigens alle an der Placa d’Espanya (auch Estación Intermodal genannt) in Palma de Mallorca, von wo aus auch die historische Bahn nach Sóller und die Züge nach Manacor oder Sa Pobla starten.

Patio

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Die meisten mallorquinischen Altstadthäuser verfügen über ein Patio, so wie hier zu sehen.

Palma, Stadt der Patios

Palma, die Hauptstadt der Balearen, ist eine licht durchflutete Stadt, die immer wieder überrascht. Abgesehen von ihrem marinen Flair und dem enormen kulturellen Reichtum bieten die Herrenhäuser ihrer Altstadt zahlreiche sehenswerte Innenhöfe. Interessante Beispiele der Architektur, die die Identität Palmas widerspiegeln. Die Innenhöfe der Inselhauptstadt haben dazu beigetragen, dass viele Leute Palma als Stadt der Patios bezeichnen. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Palma oder die zu Fronleichnam veranstaltete Tour sind gute Gelegenheiten, sie kennen zu lernen. Die Schönheit und Einzigartigkeit der Patios von Palma fesselte seinerzeit schon Jules Verne, der sie in «Clovis Dardentor» zum Schauplatz der Abenteuer seiner Helden machte. Insgesamt hat das Zentrum von Palma über 40 Innenhöfe zu bieten. Viele davon gehören zu öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise das Museum für Zeitgenössische Spanische Kunst, das Museum Palau March, der Oberste Gerichtshof und das Hospital San Pere und San Bernat. Andere wie Can Oleza oder Can Sureda sind privat und können ausser an Fronleichnam nur durch das Gitter betrachtet werden. Sie alle zeichnen sich jedoch durch viele architektonische Details aus, die die Geschichte Palmas widerspiegeln. Manchmal finden dort auch Konzerte klassischer Musik statt. Die Innenhöfe begannen sich in Palma bereits in der Römerzeit durchzusetzen, doch ihre Hochblüte war ab dem 13. Jahrhundert. Anfangs waren sie schlicht und im Stil der Gotik gehalten, doch brachte der wirtschaftliche Aufschwung des 17. und 18. Jahrhunderts eine reichere, raffiniertere Dekoration im Stil der Renaissance und des Barock mit sich. Zu Fronleichnam im Mai oder Juni wird eine knapp zweistündige Führung durch die über 40 Patios der Stadt angeboten, die zu Fuss zurückzulegen ist. Eine andere Möglichkeit ist der Besuch ohne Führung, diese Patios sollten auf jeden Fall besucht werden:

  • Can Berga (Sitz des Obersten Gerichtshofs)
  • Oleza-Palast (eines der schönsten Gebäude Palmas)
  • Can Vivot (Patio im Barockstil)
  • Can Pásquela (mit neu gotischen Fenstern)
  • Ca la Gran Cristina (Sitz des Museums von Mallorca)
  • Can Marquès (Anklängen an den Modernisme-Stil)
  • Can Lladó (mittelalterlichen Ursprungs)
  • Marquès del Palmer (Renaissancefassade)
  • Can Catlar del Llorer (gotisch inspiriert)
  • Can Alemany (ebenfalls gotisch inspiriert)

Typische Pasteleria

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Ein kleiner Platz im Schatten der Häuser mit einer typisch mallorquinischen Bäckerei/Konditorei.

8 typisch mallorquinische Gerichte

  • Trampó

Der Trampó ist ein Salat aus Tomaten, grüner Paprika und Zwiebel. Alles fein gehackt mit Öl und Salz. So einfach, gesund, lecker und erfrischend. Appetitlich wenn es draussen warm ist. Es kann auch die Trampó-Torte probiert werden. Einfach spektakulär!

  • Tumbet

Ein sehr typisches Gericht in Mallorca, welches sich auch auf andere Provinzen, wie z. B. Castellon, verbreitet hat. Der Ursprung dieses Gerichtes ist der Überschuss des Saisongemüses wie z. B. Auberginen, Kartoffeln, rote Paprika und Tomaten. Normalerweise wird der Tumbet als Beilage für andere Gerichte wie z. B. Fleisch, Eier oder Fisch serviert.

  • Mallorquinisches Spanferkel

Dieses Gericht wird in Mallorca gerne bei Festen und Feierlichkeiten, wie z.B. in der Weihnachtszeit, zubereitet. In mallorquinischer Sprache heisst das Ferkel «porçella».

  • Mallorquinische Suppe

Sehr beliebt in Mallorca und wie es schon ihr Name sagt, gibt es diverse Varianten dieser Suppe. Sie wird aus Gemüse zubereitet und ganz dünn geschnittenes und getrocknetes Landbrot dazu gegeben. Normalerweise darf die Zwiebel, die Paprika und der Kohl nicht fehlen.

  • Frito mallorquín

Ein sehr traditionelles Rezept aus Mallorca, welches auch sehr beliebt unter den Touristen ist. Hier wird das Fleisch, die Innereien, die Leber, gekochtes Tierblut wie z. B. vom Schwein oder Lamm verwendet.

  • Arroz brut (schmutziger Reis)

Es handelt sich um ein sehr würziges Reisgericht mit Fleisch (normalerweise Geflügel und Wild) und saisonbedingtes Gemüse. Dieses Gericht bietet viele Varianten an. Daher kann dieses Gericht auch mit «caracoles» (Schnecken) oder «sobrasada» (Streichwurst aus Schweinefleisch, Paprika, Pfeffer und Salz) zubereitet werden.  Der Name des Reises «brut», was auf mallorquín «schmutzig» heisst, kommt daher, da die Mischung der Zutaten die Brühe verschmutzen.

  • Quartos embetumats

Nach den vorgenannten Gerichten kommen jetzt die Süssspeisen an die Reihe. Dieses typische Dessert aus Palma de Mallorca wird seit dem 19. Jahrhundert zubereitet. Es handelt sich um einen leichten und flockigen Kuchen, der mit kandiertem Eigelb gefüllt und mit Baiser oder Schokolade überzogen wird.

  • Cremadillos

Ein weiteres typisches Süssgebäck aus Mallorca. Es handelt sich hier um ein Blätterteiggebäck welches mit süsser oder pikanter Füllung zu finden ist. Am beliebtesten sind jedoch diejenigen, welche mit Vanillesosse gefüllt sind.

Gepflegter VW-Bus

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Mitten in der Altstadt von Palma de Mallorca begegnen wir diesem alten, sehr gepflegten VW-Bus.

Gewerbe und Industrie auf den Balearen

Selbst der balearische Wirtschaftsminister muss nachdenken: Der grösste Industriebetrieb Mallorcas? Pere Sampol braucht eine Weile, ehe ihm der Wasserhahn-Produzent Buades einfällt. Aus rein ökonomischer Sicht ist des Ministers Zögern verständlich. Schliesslich beschäftigt jedes mittelgrosse Drei-Sterne-Hotel so viele Menschen (250) wie die Metallverarbeiter aus Binissalem. Aber dennoch ist die Reaktion des Politikers der nationalistischen PSM typisch: Mallorcas Wirtschaft jenseits des alles überlagernden Tourismus und der identitätsstiftenden Landwirtschaft, spielt in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle. Dabei nennt sogar der Präsident der Sparkasse Sa Nostra, Miquel Capellà, die «exzessive Konzentration der Wirtschaft auf den Tourismus» das «grösste Problem der Balearen», gefolgt vom niedrigen Ausbildungsniveau der Werktätigen. Diversifizierung ist das Gebot der Stunde, zumal in der mallorquinischen Bevölkerung die Kritik an den Auswüchsen des Massentourismus lauter wird.

Tatsächlich muss man, wenn man über Mallorcas Ökonomie jenseits der Hotels, Restaurants, Touristenläden und Busunternehmen spricht, unterscheiden: Zum einen wird versucht, um den klassischen Hotellerie- und Reisesektor eine leistungsfähige Service-Wirtschaft aufzubauen. Wie weit dieses Feld reicht, macht die Fachmesse Tecnoturística deutlich. ,,Solange Ketten wie Sol Meliá, Iberostar oder Riu ihren Hauptsitz auf der Insel haben, sind wir vielen Konkurrenten gegenüber im Vorteil», sagt Antoni Pons, Präsident des Jungunternehmerverbandes Joves empresaris. Andererseits versuchen die Wirtschaftspolitiker, die anderen Wirtschaftszweige auf den Inseln zu fördern. Mit dem Herkunftslabel «Producte Balear» wird seit einiger Zeit das Marketing von menorquinischem Käse, Keksen aus Inca oder Möbeln aus Manacor unterstützt. Neben dieser eher defensiven Strategie, um die Reste der traditionellen Industrie zu modernisieren, ist die Innovation, das Ansiedeln neuer Branchen und High-Tech-Unternehmen, in aller Munde. Die Regierung der Balearen leistet sich zu diesem Zweck sogar ein eigenes «Innovationsressort».

Aber der Weg zur «New Economy» ist noch weit, trotz allen Wachstums, das die Branche der Informationstechnik auch auf Mallorca erlebt. «Die Infrastruktur ist immer noch sehr schlecht», sagt Josep Aguiló, Spezialist für Informationstechnik an der Universität der Balearen, «wir sind erst am Anfang des Anfangs». So mancher ausländische Computer- oder Internet-Entrepreneur, der des schönen Wetters wegen sein Business auf der Insel installieren wollte, denkt angesichts langer Wartezeiten auf der Datenautobahn schon wieder über einen Abzug nach. Das als Vorzeige-Projekt geplante High-Tech-Gewerbegelände Parc Bit nördlich von Palma kommt nur schleppend in die Gänge. Die Begrenzung einer perfekten Infrastruktur vom Breitband-Kabel bis zur Satellitenanlage auf einen einzigen Ort Mallorcas halten Kritiker ohnehin für falsch. «Ganz Mallorca müsste ein Parc Bit sein», fordert Jungunternehmer-Präsident Toni Pons. Er ist Inhaber der Werbeagentur Di7, die unter anderem für die Balearenregierung den Slogan «Quatre illes, un país, cap frontera» (Vier Inseln, ein Land, keine Grenzen) entwickelt hat.

Dass auch Privatinitiative ein Netzwerk von Technik- und Multimedia-Firmen schaffen kann, beweist der Unternehmer Luis Sánchez-Merlo aus Salamanca: Der Mallorca-Fan hat über seine Firma Lantan Capital S.A. in Binissalem in einer alten Schuhfabrik ein komplett verkabeltes High-Tech-Gewerbezentrum installiert. Solche Initiativen könnten helfen, ein Innovationshindernis abzubauen, das Jungunternehmer Toni Pons im mallorquinischen Charakter begründet sieht: Der schweigsamen Zurückhaltung, zwischen Bescheidenheit und der Angst, jemand könnte Ideen abkupfern. «Wir haben Existenzgründer und mögliche Geldgeber zusammengebracht», berichtet der Präsident von 350 Mitgliedern. In den USA funktioniert das sehr gut. Nicht auf Mallorca: Niemand wollte seine Idee verraten. An derselben Zurückhaltung scheiterte auch die Initiative, bei der sich Unternehmer gegenseitig helfen sollten, ihre internen Prozesse zu optimieren. Lange sei es auf der Insel üblich gewesen, bloss nicht zu viel über das eigene Unternehmen zu sprechen, um sich vor Neidern und eventuellen Nachahmern zu schützen. Erst allmählich entwickele sich eine Kommunikationskultur. Der aufstrebenden Werbe- und Grafikbranche kommt dieser Trend zugute. Noch ein traditionelles Innovationshemmnis hat Pons ausgemacht: Mallorquiner stellen häufig nicht die fähigsten Bewerber ein, sondern Freunde und Angehörige, auch wenn die für einen Job schlechter qualifiziert sind.

Geschmückte Innenhöfe

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Je grösser das Haus, je grösser der Patio.

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Reich geschmückter Patio mit vielen Pflanzentöpfen.

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Die meisten Patios verfügen über stolze Treppen, die zu den oberen Räumlichkeiten führen.

Die besten Architekten auf Mallorca

Wer auf Mallorca ein neues Haus bauen möchte, sollte einen seriösen und erfahrenen Architekten wählen. Es gibt einige unglaublich talentierte, junge Architekten auf der Insel, welche die Träume der Käufer zur Wirklichkeit werden lassen:

  • Architekt Alejandro Palomino

Der Profi-Architekt Alejandro Palomino hat seit mehr als 10 Jahren aussergewöhnliche Designer-Projekte auf Mallorca erschaffen. Jedes Gebäude, bei dem der junge, dynamische Architekt seine Hände im Spiel hat, ist einzigartig und wird mit modernem Flair ausgestattet.

  • 353 Architects Mallorca

Seit 2000 in Alaró, sind 353 Architects stetig gewachsen. Der Ruf des Unternehmens für Qualitätsgebäude ist verdient und basiert auf einer beeindruckenden Reihe kommerzieller und Wohn-Projekte auf ganz Mallorca.

  • Jaime Salvá Architects

Durch den professionellen Service von Jaime Salvá Architects fühlt man sich von Anfang bis Ende unterstützt. Das Team von Jaime Salvá auf dem Paseo del Borne kümmert sich um einfach Alles. Das Studio deckt alle Aspekte im Zusammenhang mit Planung und Design ab und behält dabei ästhetische Simplizität im Auge.

  • Icazar.architects

Das multidisziplinäre Team von Icazar hat viel Erfahrung in Hotelprojekten und Eigenheimen. Das Unternehmen arbeitet den höchsten Standards entsprechend und hält sowohl Fristen als auch Budgets strikt ein. Kreativität in Kombination mit durchgängigen Serviceleistungen ist die Stärke der Firma, die aber auch individuelle Projektentwicklungsberatung anbieten.

  • OIB Architecture

Das kleine, hoch motivierte Team von OIB Architecture ist bekannt für seine Kreativität und Liebe zum Detail. Es bietet einen kompletten Service von der Planung über das Projektmanagement bis hin zum Innenausbau an.

  • PS Arquitectos

Das Vater und Sohn Team Pedro de Salvador und Pedro de Salvador Morell bietet die beste Kombination von kreativen Visionen und hochwertigem Standard. Egal ob es sich um ein neues Gebäude, eine Sanierung oder Renovierung handelt: Das Unternehmen bringt Fachwissen, Erfahrung und Know-How mit.

  • Estudio Reynés

Diese etablierte Firma in Palma deckt sowohl private als auch kommunale Projekte ab, sowie Design-Beratung für Eigenheime, als auch komplette Neubauten und Renovierungsarbeiten. Estudio Reynés ist für das Projektmanagement und die Konstruktion von diversen wichtigen Adressen auf der Insel bekannt.

  • Nick Spangenberg

Der Däne Nick Spangenberg, der seit über 20 Jahren auf Mallorca lebt, ist einer der kreativen Köpfe hinter den weltbekannten gelb-blauen Ikea-Gebäuden und hat mit dem schwedischen Gründer Ingvar Kamprad zusammengearbeitet. In seiner 50-jährigen Karriere hat er zahlreiche Villen und Häuser entworfen, aber auch mit städtischen und industriellen Projekten gearbeitet.

  • Fontis International

Fontis International ist auf den Bau und die Entwicklung von Immobilien in erster Linie spezialisiert, mit besonderem Augenmerk auf dem Nordosten Mallorcas. Das Unternehmen bietet nicht nur hervorragende architektonische Dienstleistungen an, sondern verwendet auch erstklassige Materialien und setzt stets auf modernste Bautechniken.

Arabische Bäder

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Wir nähern uns den Banys arabs.

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Wir sind bei den arabischen Bädern angekommen, wie dieses schön gestaltete Schild beweist.

Arabische Einflüsse auf Mallorca

Sucht man auf Mallorca nach den Spuren der Mauren, landet man in den üppigen Gärten von Alfabia oder in Banyalbufar, einem Dorf hoch über der felsigen Westküste. Beide wirken wie Oasen der Stille. Im Almudaina-Palast in Palma de Mallorca residierten einst arabische Herrscher. Heute dient er zeitweilig dem König von Spanien als Amtssitz.

Das maurische Erbe von Andalusien ist bekannt und in den Palästen und Moscheen von Granada, Sevilla und Córdoba für jeden sichtbar manifestiert. Nur wenige wissen, dass das Volk von der Arabischen Halbinsel und aus Nordafrika auch Mallorca stark geprägt hat. Im Jahre 711 begann die Herrschaft der Emire in Südspanien. Sie brachten Fortschritt und religiöse Toleranz mit. Um die Jahrtausendwende waren die arabischen Gelehrten weltweit Vorreiter in Wissenschaft und Architektur, Künsten und Ackerbaumethoden. Auf den Balearen hatten nach dem Ende der römischen Herrschaft im Jahr 455 die Vandalen einheimische Bauern und Piraten unterjocht. Erst 902 sandte Emir Abd-Allah von Córdoba seine Truppen nach Mallorca. Nach schweren Kämpfen siegten die Mauren, und Mallorca wurde dem Kalifat von Córdoba einverleibt. In über 300 Jahren Besatzung fanden Wissenschaft, Handwerk und Kultur Eingang in Seeräuber- und Bauernköpfe. Die Spuren dieser Blütezeit prägen noch heute die Landschaft.

Obwohl 1229 der aragonesische König Jaume I. die Insel zurückeroberte, beschäftigt die maurische Vergangenheit die Inselbewohner bis heute. In den Küstenorten Pollença und Sóller wird jedes Jahr das Fest «Moros i Cristians» gefeiert. Pluderhosen- und Turbanträger dreschen ein auf Bauern und Piraten. Säbel rasseln gegen Holzschwerter, Schlachtrufe hallen durch enge Gassen. Nach Stunden siegen stets die Christen und nehmen die arabischen Angreifer gefangen. Dass die Araber lange gefürchtet waren, lag an den verheerenden Raubzügen nach dem Ende ihrer Herrschaft auf Mallorca. Sie verschleppten nicht nur Geld und Güter, sondern auch Frauen und Männer, die sie in Nordafrika als Sklaven verkauften.

Neben der grossen Kathedrale von Palma schaut der zinnenbewehrte Almudaina-Palast hinaus auf das Meer. Ehemals residierte hier der Wesir von Mallorca, heute an manchen Tagen der spanische König. Gleich dahinter beginnt die Medina von Palma. Enge, dunkle, verwinkelte Gassen sind dazu angelegt, Angreifer zu verwirren. Tür an Tür reihen sich kleine Läden aneinander und locken mit Goldschmiedearbeiten, Perlen und teuren Kleidern. In einer ruhigen Seitenstrasse führt ein schmaler Rundbogen in die «Banys Arabs», die einzigen erhaltenen arabischen Bäder Mallorcas. Lichtstrahlen dringen durch die Löcher in der kleinen, von tausend Jahre alten Säulen gestützten Kuppel. Es ist nicht schwer, sich Hitze und Dampfschwaden vorzustellen, dazu halbnackte Männer, die im Dämmerlicht palavern und schwitzen. Und danach in den subtropischen Gärten flanieren.

Banys Arabs

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Hier in den arabischen Bädern von Palma de Mallorca haben die früheren maurischen Besetzer der Baleareninsel Mallorca ihre täglichen Waschungen vollzogen.

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Durch die Löcher in der Dachwölbung strahlt die Sonne in die ehemaligen Bäder.

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Die sehenswerten Banys Arabs sind wahrhafte Zeitzeugen der verschiedenen Kulturen, welche jeweils durch die Inseleroberer mitgebracht wurden.

Banys Arabs

Die maurische Invasion im Jahre 902 und die sich daran anschliessende über 300 Jahre arabische Herrschaft, waren schlichtweg das Beste, was Mallorca in jener Zeit zustossen konnte. Wirtschaftlicher Wohlstand, kulturelle Bereicherung, neue technische Systeme, arabische Bewässerungskunst, eine hochentwickelte Gartenkultur, Mandelbaum-, Pfirsich- und Zitrusfruchtplantagen sind ebenso arabischen Ursprungs wie die öffentlichen Badeanstalten. Von den ehemals in Palma vorhandenen 5 arabischen Bädern ist nur noch ein Bad, das «Banys Àrabs» in Resten erhalten. Es liegt im Hof der Casa Font y Roig in der Altstadt Palmas, unmittelbar neben dem Museu de Mallorca, in der Carrer San Serra 7. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es Mitte des 10. Jahrhunderts von den Arabern auf den Resten römischer Mauern gebaut wurde. Ende des 9. Jahrhunderts wurde unter der Regentschaft des Emirs Isam al-Jawlani mit der Umstrukturierung Palmas nach dem Beispiel islamischer Städte im Orient begonnen. Die Gebäude der römischen Epoche wurden durch Wohnhäuser, Moscheen und öffentliche Bäder im orientalischen Stil ersetzt. Zu besichtigen ist das Caldarium, ein durch 12 zierliche Säulen geteiltes Dampfbad. Geheizt wurde mit Hilfe einer Abluftkonstruktion einer darunterliegenden Küche, die die Steinplatten unter den Bädern erwärmte. Über die heissen Steinplatten wurde kaltes Wasser geleitet, so dass Dampf hochquoll. Das Sonnenlicht fällt in diesen Raum durch kleine sternenförmige Öffnungen in der Kuppeldecke, wodurch eine besondere Atmosphäre entsteht. Von den insgesamt 25 Öffnungen in der Decke sind heute nur noch wenige offen. Neben dem Warmbad liegt ein recht nüchtern wirkender rechteckiger Raum mit einem Tonnengewölbe. In diesem «Tepidarium» wärmten sich die Badenden auf. Die Wasserleitungen und Luftschächte des Bades sind nur noch teilweise vorhanden.

Hübscher Garten

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Der hübsch gestaltete und gut erhaltene Garten der Banys Arabs lädt zum Verweilen ein, doch wir ziehen weiter.

Wildpflanzen und Flora auf Mallorca

Mallorca bietet nicht nur Strände und Meer für wunderschöne Sommerferien, sondern auch eine abwechslungsreiche Flora mit über 1’500 verschiedenen Arten. Naturliebhaber und Wanderfreunde können hier fast ganzjährig die verschiedensten Eindrücke von der einheimischen Pflanzenwelt sammeln. Die Küstenstriche der Insel sind überwiegend von den mit Pinien verwandten Aleppo-Kiefern bewachsen, die in den heissen Sommermonaten herrlichen Schatten spenden. Entfernt man sich von den Küsten und dringt weiter in das Landesinnere vor, wird das Landschaftsbild von immergrünen Laubbäumen, Erdbeerbäumen, Ginster, Zwergpalmen und Mastixbüschen bestimmt, während man bei einer Wanderung durch die Berge der Sierra de Tramuntana auf imposante Steineichen und Weisskiefern stösst. Ein einzigartiges Naturschauspiel ist die Mandelblüte Ende Januar bis Anfang März, die die Insel in ein zartes Rosa-Weiss taucht und sich wie ein Teppich über die Landschaft legt. Spätestens nach der Mandelblüte erwacht Mallorca dann vollständig aus dem Winterschlaf. An sonnigen Tagen im März und April ist der Boden auf den Feldern und Naturwiesen mit kleinen, gelben Blüten übersät. Anfang bis Mitte Mai folgen dann zunächst in der südlichen Inselhälfte die Frühlingsblumen: Unmengen von gelben Margariten und tief roter Klatschmohn schiessen explosionsartig aus dem Boden und säumen, einem Blütenmeer gleich, die Strassenränder sowie die Wiesen und Felder in den Olivenhainen. Später, im Sommer, wenn die Sonne heisser wird, finden sich an den Wegesrändern und auf jedem Stück Erde, sogar auf steinigen Brachflächen die weiss-rosa Affodills, die ein bis zwei Meter hoch werden können. Auch die weissgelben Margariten kann man noch im Sommer an den Wegesrändern noch sehen. Über die ganze Insel verteilt findet man Feigen-, Oliven- und Mandelbäume und immer wieder bunte Farbkleckse, die von blühenden Bougainvilleas, Oleanderbüschen, Hibiskus oder Wandelröschen herrühren und der Insel einen besonderen Charme verleihen.

«Jet d’eau»

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Noch einmal zieht uns die Kathedrale von Palma in ihren Bann.

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An der äusserst imposanten Fassade kann man sich kaum satt sehen.

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Kathedrale und Königspalast mit dem allgegenwärtigen «Jet d’eau».

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Ein letzter Blick auf die Kathedrale, den künstlichen See mit Wasserspiel und die Skulptur «Hacia el sur» des Künstlers Enrique Broglia, geboren in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays.

Die schönsten Urlaubsorte im Zentrum Mallorcas

Die meisten Mallorca Urlauber halten sich in den Ortschaften an oder in der Nähe der Küste auf. Dabei gibt es im Innern der Insel viele sehr interessante Orte, welche ein Besuch wert sind.

  • Sineu

In der kleinen Ortschaft Sineu kann die jahrhundertealte Geschichte des Ortes bewundert werden. Hoch oben über Sineu thront der alte Königspalast, der früher einmal die Residenz des Königs Jaume II darstellte und heute als Frauenkloster fungiert. Zu weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten gehören das Rathaus, das ehemalige Konvent der Franziskaner, sowie die wunderschöne Kirche «Sant Francesc» aus dem 18. Jahrhundert. Im idyllischen Sineu finden Erholungssuchende wundervolle Ruhe, die nur mittwochs durch das bunte Wochenmarkttreiben unterbrochen wird. Neben Obst- und Gemüseständen werden auch Hühner, Ziegen, Pferde sowie Kunsthandwerk auf dem grossen Marktplatz vor der imposanten Kirche «Mare de Deu dels Angels» angeboten.

  • Binissalem

Auch im charmanten Dorf Binissalem, das am Fusse der Sierra de Tramuntana liegt, kann man das traditionelle Flair Mallorcas erleben. Neben dem exzellentem Rotwein und den fröhlichen Weinlesefesten ziehen auch die historischen Bauten und Weinkeller des Dorfes, die fast ausschliesslich aus dem rötlichen Binissalem Stein aus der Region erbaut sind, anspruchsvolle Urlauber an. Erste Adresse für gehobene Gastronomie stellt das «terra di vino» dar, das mit seiner fantastischen italienischen Küche zu den besten Restaurants Mallorcas zählt.

  • Alaró und Moscari

Sensationelle Bergpanoramablicke können Urlauber im beliebten Dorf Alaró geniessen. Umgeben von Olivenhainen und Ackerland bietet dieses ursprüngliche mallorquinische Dorf seinen Gästen Ruhe, gemütliche Cafés und erstklassige Restaurants, darunter das «Es Verger» in einem alten Berg-Bauernhof. Als bekannteste Sehenswürdigkeit zieht die Burg von Alaró zahlreiche Besucher an. Auch das attraktive Bergdorf Moscari lädt Urlauber zu Erholung und herrlichen Wanderungen im Tramuntana-Gebirge ein. Urlauber jeder Altersklasse schwärmen von der wunderschönen Architektur von Moscari und den entzückenden Natursteinhäusern. Zudem befindet sich eine der spektakulärsten Ausflugsziele nur einen Kilometer von Moscari entfernt: die Höhle von Campanet.

  • Ariany, Sencelles und Porreres

Auch in den reizvollen Dörfern Ariany und Sencelles profitiert man von einer herrlichen Naturkulisse und erholsamen Ruhe. Die malerischen Gassen laden zu romantischen Spaziergängen ein. Kulturinteressierte kommen besonders in der pittoresken Ortschaft Porreres auf ihre vollen Kosten. Schliesslich beeindruckt Porreres mit mehreren wunderschönen Kirchen, darunter die prächtige Pfarrkirche «Nostra Señora de la Consolació» mit ihrem prunkvollen Interieur. Ausserdem können Besucher im Museum für zeitgenössische Kunst zwei Werke des Künstlers Salvador Dalí bewundern. Nur 3.5 km südlich des kleinen Dorfes befindet sich das atemberaubende Kloster «Santuari de Monti-Sion» aus dem 16. Jahrhundert, das ein beliebtes Ziel für einen Tagesausflug darstellt.

  • Inca

Wer im Inselinneren Mallorcas Urlaub macht, profitiert zudem von der Nähe zur drittgrössten Stadt Mallorcas. In der «Lederhauptstadt» Inca erwarten die Besucher ein grosses kulturelles Angebot sowie eine Vielzahl an hochwertigen Lederwaren. Sehenswert sind vor allem das Wachsfigurenkabinett oder die schöne Pfarrkirche «Santa Maria la Major d’Inca» aus dem 18. Jahrhundert.

Muchas gracias y hasta la vista Mallorca !!!

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Bevor wir zum Flughafen fahren geniessen wir noch ein Glas Sangría.

MUCHAS GRACIAS Y HASTA LA VISTA MALLORCA !!!

Rückflug in die Heimat

Wir geben unseren treuen Begleiter am Flughafen Palma zurück
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Mietwagen RÜCKGABE

Am Aeropuerto de Son San Juan geben wir den Avis Mietwagen unfallfrei und vollgetankt zurück. Der Seat Ibiza war uns auf unseren Inselfahrten ein treuer Begleiter.

Flug von Palma de Mallorca nach Zürich

Mit der Swiss fliegen wir von Palma de Mallorca zurück nach Zürich.