Tag 07 (So 27.5.2012): La Granja, Sant Elm, Castell de Bellver

© Gipsy Kings – Volare

La Granja

Eisenplastik beim Eingang zum Freilichtmuseum La Granja
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Das Freilichtmuseum «La Granja» liegt nahe der Ortschaft Esporles im Westen der Insel Mallorca. Beim Eingang zum Landgut «La Granja» befindet sich eine Eisenplastik, wohl als Brunnen oder Vogeltränke gedacht.

Eisenplastik beim Ausgang zum Freilichtmuseum La Granja,
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Das ist der Blick auf die gleiche Eisenplastik, wenn man «La Granja» nach dem Besuch auf dem gleichen Weg wieder verlässt. Es scheint, als würden die zwei Hände die Welt umfassen.

Was dazwischen alles zu sehen war folgt nun…

Abseits des Trubels

Das Landgut La Granja bei Esporles
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Das stolze Landgut liegt herrlich eingebettet in die bewaldete Hügellandschaft des Tramuntana Gebirges, fernab allen Trubels.

Lebendige Geschichte der Insel

Zu entdecken gibt es auf La Granja (mallorquinisch: «Sa Granja») das traditionelle Mallorca und sein kulturelles Erbe. Auf diesem ehrwürdigen mallorquinischen Gutshof (Possessió) kann man hautnah erleben, welche Handwerksberufe auf Mallorca in der Zeit vom 10. bis zum 17. Jahrhundert ausgeübt wurden.

Einblicke in das Leben von Damals

Auf einem Rundgang geniessen die Besucher Einblicke in das Leben hier im Mittelalter
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Auf einem Rundgang geniessen wir die Einblicke in das Leben hier in früheren Zeiten.

Lebendige Geschichte der Insel

Das Landgut La Granja umfasst ein Gebiet von ca. 3’000 m². Es befindet sich im Westen von Mallorca nahe der Ortschaft Esporles.

La Granja entstand aus einem Weiler namens «Alpich». Dieser Weiler, sowie die dazugehörige Felsenquelle, ermöglichten bereits vor Jahrhunderten den Betrieb von Mühlen und waren der Ursprung einer Ansiedlung kleiner Höfe.

Selbstversorger

Die Leute waren Selbstversorger und produzierten ihre eigenen Lebensmittel
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Es lebten hier Selbstversorger, die u.a. auch ihre eigenen Lebensmittel produzierten.

Lebendige Geschichte der Insel

La Granja ist so etwas ähnliches wie ein kleiner Staat für sich. Auf seinem Gebiet ist alles versammelt, was ein unabhängiges und komfortables Leben ermöglicht. Auf dem gut ausgeschilderten Rundweg durch das Gehöft und das Herrenhaus gewinnen die Besucher Eindrücke, welcher Wohlstand mit der Bewirtschaftung des Landes erzielt werden konnte.

Landwirtschaftliche Fuhrwerke

Zu besichtigen sind auch Fuhrwerke aller Art
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Auch landwirtschaftliche Fuhrwerke aller Art gehören zu den Zeitzeugen.

Lebendige Geschichte der Insel

La Granja setzt sich aus über 50 Gebäudeteilen und Wirtschaftsanlagen zusammen. Es gibt eine Ölmühle, eine Färberei, eine Schusterei, eine Töpferwerkstatt, eine Destillieranlage, sogar eine komplett eingerichtete historische Zahnarztpraxis. Eine Schmiede, eine Näherei, Schreiner- und Drechslerwerkstätten ergänzten die Selbstversorgung von La Granja. Ebenfalls nicht fehlen durfte der Weinkeller. Um die Unabhängigkeit komplett zu machen, wurde auf La Granja auch Recht gesprochen. Trauriges Zeugnis der feudalen Selbstherrlichkeit ist ein gut ausgestatteter Folterkeller, heute das «gruslige Highlight» auf der Besichtigungstour.

Mannigfaltige Tätigkeiten

Für die mannigfaltigen Tätigkeiten wurde auch immer das geeignete und hier hergestellte Werkzeug gebraucht
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Für die mannigfaltigen Tätigkeiten auf dem Landgut wurden auch immer die geeigneten und hier meist selbst hergestellten Werkzeuge gebraucht.

Lebendige Geschichte der Insel

Eine der Hauptattraktionen La Granjas ist die Möglichkeit, viele typische Produkte der mallorquinischen Küche und mallorquinische Weine zu probieren. Hier werden aus reinen Naturprodukten Aprikosen-, Kürbis-, Feigen-, und Orangenkonfitüren, sowie die schmackhaften Bunyoles (Ölgebäck) hergestellt. Auch die mallorquinische Sobrasada und die Kräuterschnäpse Palo und Hierbas stehen zur Verkostung und zum Verkauf bereit. Aus eigener Werkstatt werden ausserdem Töpfereien, Schuhe, Kerzen und hausgemachtes Parfüm angeboten. Alle diese Produkte kann man im Laden des La Granja käuflich erwerben.

Wasser ist allgegenwärtig

Das Wasser ist allgegenwärtig und wurde auch auf kunstvolle Art zum Gut geführt
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Das Wasser ist hier allgegenwärtig und wurde zum Teil auch auf kunstvolle Art zum Landgut geführt.

Lebendige Geschichte der Insel

Im 20’000 m² grossen Garten findet man Teiche mit Fontänen, uralte Bäume, seltene Blumen, Pflanzen und sogar Spargelbeete. Etwas oberhalb des Landhauses befindet sich ein sprudelnder Wasserfall, der das darunter liegende Tal zu einer fruchtbaren Landschaft macht.

Das «reiche» Leben im Mittelalter

Immer wieder gibt es Einblicke in den Alltag von damals
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Lebendige Geschichte der Insel

Das Stück Land, auf dem heute die Granja de Esporles liegt, war bereits in der Römerzeit aufgrund der grossen Wassermenge seiner Quelle sehr geschätzt. Auch die Araber, welche Mallorca vom 10.  bis zum 13. Jh. beherrschten, hatten grosses Interesse an dem Gut. Mit der Rückeroberung durch die Christen im Jahr 1229 wurde das Gut zum feudalen Besitz. Im Jahre 1239 wurde es an die Zisterzienser-Mönche übertragen, die es 200 Jahre lang leiteten. Später kam das Gut in den Besitz der Familie Vidal, die dort weitere 200 Jahre lebte, bis es an die Familie Fortuny übertragen wurde. Heute steht es im Eigentum der Familie Seguí.

Trinkwasser aus der Zisterne

Das Wasser musste in den Zisternen geholt werden
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Das Trinkwasser musste bei einer Zisterne geholt werden.

Lebendige Geschichte der Insel

Wie lebte der einfache und der aristokratische Mallorquiner auf dem Land? Wie wurden die Handwerke ausgeübt? Welche Pflanzen wurden angebaut, welche Tiere gehalten? Wie vertrieb sich die Bevölkerung die Zeit, wie lebte sie zusammen? Diese und viele andere Fragen werden durch einen Besuch auf La Granja beantwortet. Heute wird viel über Nachhaltigkeit, die Nutzung von Ressourcen und ökologisches Wirtschaften nachgedacht. Auf La Granja wird veranschaulicht, wie so etwas früher funktionierte.

Kakteen

Ein mannshoher Kaktus
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Der alte mannshohe Kaktus ist Zeuge der Fruchtbarkeit dieser Inselregion.

Ein Feigenkaktus
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Der Feigenkaktus hat in den alten Zeiten wohl auch zur Ernährung beigetragen.

Farbtupfer

Töpfe zur Herstellung verschiedener Farben
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Diese Töpfe dienten einst zur Herstellung verschiedener Farben.

Das Färben von Garnen gehörte zum Alltag
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Das Färben von Garnen gehörte hier zum beruflichen Alltag.

So gelangten die Garne auf die Haspeln
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So gelangten vor langer Zeit die gefärbten Garne auf die Haspel.

Multikulturell ist es hier und auch "multicolorell"
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Damals wie heute gilt Mallorca als «multikulturell», es ist aber auch, wie man hier sieht «multicolorell».

Empfang der Gäste

La Señora de la casa im Empfangssalon
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«La Señora de la casa» begrüsst die Gäste im Empfangssalon bei einer Tasse Tee oder Kaffee.

«Telas de Lenguas»

Typische Musterung der selbsthergestellten Stoffe, vorallem als Vorhänge gebraucht
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Die selbst hergestellten Stoffe in dieser typisch mallorquinischen Musterung wurden vor allem für Vorhänge benutzt.

Lebendige Geschichte der Insel

In China hergestellte hochwertige Seide gelangte über die Seidenstrasse von Asien nach Europa. Diese entwickelte sich schnell als Handelsstrasse für Waren, Gewürze und Herstellungstechniken diverser Produkte, wie auch Stoffen. Via Frankreich und Italien kam der Ikat nach Mallorca. Die Technik des Ikats überlebte, indem man die lokale Maschinerie, den Arbeitsumgang und die Eigenschaften anpasste, so bekam diese eine eigene mallorquinische Identität und einen eigenen Namen «Telas de Lenguas» (Zungenstoffe). Der Name beruht auf Merkmalen, die uns an Flammen oder Flammenzungen erinnern.

Antiker Spielsalon

Der Spielsalon wurde sicher rege benutzt, es gab ja keine Fernseher, Computer oder Smartphones
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Der antike Spielsalon wurde sicher rege benutzt, es gab damals ja noch keine Fernseher, Computer oder Smartphones.

Schöne Terrasse

Eine schöne Terrasse zum Verweilen
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Eine schöne Terrasse lädt zum Verweilen ein, bevor es mit dem Rundgang weitergeht.

Schlafgemächer

Das Schlafgemach für Sie
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Das Schlafgemach der Dame des Hauses.

Hier nächtigte der Gutsherr
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In diesem Raum hier nächtigte der Gutsherr.

Lesen und Schreiben

Die Herrschaften waren sehr belesen
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Die Herrschaften auf dem Hof waren sehr belesen. Briefe waren das Mittel zur Kommunikation mit entfernten Verwandten, Freunden und Bekannten.

Innenhof und Säulenterrasse

Ein Innenhof auf dem Landgut
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Ein Innenhof auf dem Landgut «La Granja».

Die Säulenterrasse gibt den Blick auf den Garten frei
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Die Säulenterrasse gibt den Blick auf den Garten frei.

Schule und Freizeit

Die Lehrerin kümmerte sich um die Bildung der Kinder im eigenen Schulzimmer
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Die Kinder wurden von der Lehrerin im Schulzimmer auf dem Landgut ausgebildet.

Die Kinder spielten mit Marionetten
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Da es weder PlayStation noch Nintendo gab, spielten die Kinder u.a. mit Marionetten. Das dieser edle Herr Ähnlichkeit mit einem heutigen Zeitgenossen aus Grossbritannien aufweist ist eher Zufall.

Die Buben bastelten Flugzeuge
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Zu den Freizeitbeschäftigungen der Jungen gehörte auch das Basteln von Flugzeugen und der damit verbundene Traum einmal Pilot zu werden.

Lebendige Geschichte der Insel

Der Rundgang durch das Haupthaus führt unter anderem vorbei an Badezimmer, Ankleidezimmer, Spielzimmer für Kinder und Erwachsene, Musikzimmer, Schlafzimmer, Küchen und sogar einem Zahnarztzimmer. Die Räume und Salons sind mit französischen und mallorquinischen Möbeln geschmackvoll ausgestattet. Lange, teils verwinkelte Gänge führen durch das grosse Haupthaus und man bekommt einen schönen Einblick in die Vergangenheit und damalige Lebensweise.

Billard

Nachdem das Mahl abgeräumt war wurde eine Partie Billard gespielt
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Sobald das abendliche Mahl und anschliessende Abräumen des Geschirrs beendet war, gönnte man sich am umfunktionierten Tisch eine Partie Billard.

Bescheidene Küche

Die Küche sieht eher bescheiden aus
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Die Küche im Landgut sieht eher bescheiden aus, wenn man dazu bedenkt, dass wohl öfters mehrgängige Menüs für wichtige Gäste aufgetischt wurden.

Backstube

Die Küche sieht eher bescheiden aus
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Das Brot und Gebäck aller Art kamen aus der eigenen Backstube.

Eigener Wein

Hier produzierte man den eigenen Wein
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Der Wein, der sicher ab und zu in Strömen floss, wurde in der eigenen Kelterei produziert.

Haspeln und Weben

Die Modernisierung schritt voran: ein Bijou von einer automatisierten Haspelanlage
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Auf dem Landgut La Granja kann auch die technische Modernisierung beobachtet werden, am Beispiel dieses Bijou einer automatischen Haspelanlage.

Stoff mit mallorquinischer Musterung und Farbgebung
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Mit den Garnen wurden die Webstühle ausgestattet, auf welchen die Stoffe mit mallorquinischer Musterung und Farbgebung hergestellt worden sind. Die auf Mallorca hergestellten Stoffe sind eine lokale Variation des orientalischen Ikats.

Kerker

Hier im Kerkerraum erahnt man, dass nicht alle ein glückliches Ende erfuhren
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Hier im Kerkerraum kann man erahnen, dass nicht alle ein glückliches Ende erfahren haben. Die Folterungen der Wegelagerer, Diebe, Lügner, Betrüger und anderem Gesindel müssen brutal gewesen sein.

Siurell

Ein prächtiges Exemplar eines "Siruell"
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Töpferwaren gehören auf Mallorca zu den Rennern bei den Souvenirs. Dieses prächtige Exemplar eines «Siurell» würde man am liebsten gleich mitnehmen.

Lebendige Geschichte der Insel

Krüge, Gefässe, Teller, Geschirr aller Art. Seit der Antike werden sie in Töpfereien aus Ton geformt und anschliessend im Ofen bei hohen Temperaturen gebrannt. Auf Mallorca ist besonders der Siurell üblich, eine kleine Tonfigur, die auch als tönerne Pfeife dient. Früher war es ein gewöhnliches Spielzeug der Kinder, heute dient es als «Mitbringsel».

Olivenbaum

Dieser Olivenbaum hat schon einige Generationen überlebt
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Dieser mächtige Olivenbaum hat schon einige Generationen überlebt und könnte unzählige Geschichten aus La Granja erzählen.

Lebendige Geschichte der Insel

Ein Ausflug nach La Granja kann nur empfohlen werden. Die vielen gut ausgestatteten Werkstätten, die Garten- und Parkanlagen mit Wasserspielen und das fast vollständig eingerichtete Herrenhaus vermitteln das alltägliche Leben der ehemaligen Bewohner auf vielfältige und interessante Art und Weise.

Der Rundgang ist zu Ende und wir verlassen die Gegend um in den südwestlichsten Zipfel der Insel zu fahren.

Sant Elm

Die Bucht von Sant Elm
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Sant Elm oder «San Telmo», wie die Spanier sagen würde, ist ein kleiner beschaulicher Badeort im äussersten Südwesten der Insel Mallorca. Hier ein Blick auf die Bucht von Sant Elm.

Wissenswertes über Sant Elm und seine Inseln

Beim Erreichen des Ortes lässt die Bewunderung nicht lange auf sich warten. Wie durch einen Tunnel, geformt von Pinien, blicken Ankommende plötzlich auf das Meer. Vor rund 500 Jahren schätzten Piraten die abgelegene Lage der Bucht, denn Sant Elm ist der westlichste Punkt Mallorcas. Der Ort gehört zur Gemeinde Andratx und zählt ca. 450 Einwohner. Kleinere Hotels und gepflegte Appartements zieren den Ort. Auf Grund der Hanglage geht der Blick auf das türkis-grüne Wasser nahezu nie verloren. Hier wird „Ruhe“ gross geschrieben.

Kleiner Sandstrand

Der kleine Sandstrand von Sant Elm
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Hier der kleine Sandstrand von Sant Elm. Böse Zungen behaupten, der Ort bestehe nur aus Hotels, Restaurants und Touristen. Der runde weisse Turm links, an bester Lage, gehört zum Universal Hotel Aquamarin.

Wissenswertes über Sant Elm und seine Inseln

Der feine, knapp 180 m lange Sandstrand befindet sich am Ortseingang. Bei sommerlichem Wetter kommen kaum Wellen auf. So eignet sich der Strandabschnitt besonders gut für Familien und Kinder. Das Wasser fällt nur sehr flach ab, die Kleinen können am Wasser spielen. Eine Badeaufsicht und Rettungsschwimmer sind den ganzen Tag über vertreten. Pinien spenden nur vereinzelt natürlichen Schatten. Taucher und Surfer kommen in Sant Elm auch auf ihre Kosten.

Insel Sa Dragonera

Blick zur Insel Sa Dragonera
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Blick hinaus zur unbewohnten Insel Sa Dragonera. Sie gleicht, ähnlich unserem Hausberg Pilatus (auch Drachenberg genannt), einem Drachen.

Wissenswertes über Sant Elm und seine Inseln

Fast zum Greifen nahe erscheint die Insel «Es Pantaleu», die vor dem Strand von Sant Elm aus dem Meer ragt. Schwimmer können die kleine, steinige Insel erreichen. Die 4 km lange Insel «Sa Dragonera» symbolisiert die Erhaltung der Natur auf den Balearen. Die Dracheninsel ist eine Verlängerung des Tramuntana Gebirges. Naturliebhaber treffen hier auf Vögel, seltene Tierarten, sowie auf eine faszinierende, mediterrane Vegetation. Besucher kommen zum Wandern hierher, zum Verweilen und zum Geniessen. Die einzigartige Kulisse macht es möglich, alle Sorgen an Land zu lassen. Zwei Leuchttürme, einer im Süden der Dracheninsel und einer im Norden können ebenfalls passiert werden. Shuttleboote befördern die Touristen über einen rund 800 m langen Kanal auf das Naturschutzgebiet «Sa Dragonera».

Bucht mit klarem Wasser

Dutzende Motor- und Segelboote ankern in der Bucht mit dem klaren Wasser
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Bevor wir weiterziehen lassen wir den Blick nochmals über die Bucht mit dem klaren Wasser schweifen, in welcher dutzende von Motor- und Segelbooten vor Anker liegen.

Das letzte Ziel unseres heutigen Tagesausfluges führt uns Richtung Hauptstadt Palma de Mallorca.

Castell de Bellver

Blick auf dem Weg vom Parkplatz zum Castell de Bellver auf den Hafen von Palma de Mallorca
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Wir parkieren auf einem grossen Parkplatz gleich unterhalb des Castell de Bellver. Auf dem Weg vom Parkplatz hinauf um Castell de Bellver blicken wir auf den Hafen von Palma de Mallorca.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Der Bau des Schlosses begann im Jahr 1300 im Auftrag von König Jaime II. Der Bau dauerte neun Jahre und diente als königliche Residenz. Am Ende des 14. Jahrhunderts lebten und herrschten König Joan I von Aragón und seine Frau Violante von Bar auf Castell de Bellver.

Imposanter Wehrturm

Einer der imposanten Wehrtürme
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Der Weg ins Innere des Castell de Bellver führt an diesem imposanten Wehrturm vorbei.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Im Jahr 1717 wird Castell de Bellver zu einem Militärgefängnis, wo zwischen 1802 und 1808 Gaspar Melchor de Jovellanos, Minister der Justiz und der Gnadensachen, unter der Herrschaft von König Carlos IV inhaftiert wurde. Die Burg war auch das Gefängnis zahlreicher Soldaten und französischer Offiziere, die in der Schlacht bei Bailén geschlagen wurden. Im Jahr 1817 wurde General Luis de Lacy y Gautier, Führer einer gescheiterten liberalen Revolution, hingerichtet. 1821 wurde das Schloss vorübergehend in eine Münzfabrik umgewandelt. Die letzte Periode als Gefängnis war während des Spanischen Bürgerkrieges (1936-1938), als mehr als 800 Republikaner in Bellver inhaftiert waren.

Mächtiges Bollwerk

Ein mächtiges Bollwerk haben wir hier vor uns
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Wir haben hier ein mächtiges Bollwerk vor uns.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Der Grundriss des Gebäudes ist kreisförmig und durch drei halbrunde Türme befestigt. Die Konstruktion, die um einen zentralen Innenhof angeordnet ist, hat zwei Ebenen:

  • Erdgeschoss mit Rundbögen und Flachdächern
  • Obergeschoss mit Spitzbögen und Rippengewölbe

Das Rippengewölbe verkörpert den Bau im reinsten gotischen Stil.

Beeindruckende Grösse

Die Grösse des sehr gut erhaltenen Castell de Bellver ist beeindruckend
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Die Grösse des sehr gut erhaltenen Castell de Bellver ist beeindruckend.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Das Gebäude und der Wald wurden 1931 vom spanischen Staat an die Inselverwaltung Mallorcas im Rathaus von Palma abgetreten. Es wurde dadurch zum Sitz des Museums für Geschichte der Stadt und der Despuig-Sammlung klassischer Skulpturen wurde. Gleichzeitig finden hier zahlreiche Kultur- und Freizeitaktivitäten statt, die von Palmas Stadtverwaltung organisiert werden.

Offener Innenhof

Der offene Innenhof des Castells
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Das «Innere» des Kastells ist ein nach oben hin offener Innenhof mit einem Zisternenbrunnen in seiner Mitte.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Der Name Castell de Bellver (Kastell der schönen Aussicht) lässt die Vermutung zu, dass schon damals, wie es auch heute noch der Fall ist, die Aussicht auf die Bucht von Palma atemberaubend gewesen sein muss. Der Bau diente aber als Festung gegen Eindringlinge aus Westen. So wurde denn Palma, im Jahr 1229, von den Truppen König Jaime I, nach ihrer Landung in der Bucht von Santa Ponsa, über die Westflanke her kommend, von den Mauren zurückerobert.

Blick auf Palma

Von der Aussichtsplattform hat man einen atemberaubenden Blick auf Palma de Mallorca
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Vom Innenhof führt der Weg nach oben auf das «Dach» des Kastells, welches als Aussichtsplattform dient. Hier der aussergewöhnliche Blick auf den Hafen von Palma de Mallorca.

Wissenswertes zum Castell de Bellver

Das Castell de Bellver ist sehr gut erhalten und verfügt über einen wichtigen Burggraben mit einer Zugbrücke, drei Verteidigungstürme und einen  hohen freistehenden vierten Turm. Dieser ist als Torre del Homenaje bekannt und ist durch eine kleine Brücke mit dem Hauptschloss verbunden. Der Innenhof mit der runden Grundfläche wird auch Patio de Armas genannt.

Zoom auf «La Seu»

Dank Zoomobjektiv bei 250 mm scheint die Kathedrale "La Seu" beinahe vor uns zu liegen
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Dank Zoomobjektiv bei 250 mm scheint die Kathedrale «La Seu» beinahe vor uns zu liegen.

Prachtvolles Palma

Palma de Mallorca in voller Grösse und Pracht
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Palma de Mallorca in seiner vollen Grösse und Pracht.

Panorama vom «Dach»

Dieses 360° Panorama vom "Dach" des Castell de Bellver ist aus 13 Einzelbildern zusammengefügt
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Dieses 360° Panorama vom «Dach» des Castell de Bellver ist aus 13  einzelnen Bildern zusammengefügt.

Museum der Stadt Palma

Blick von oben in den Innenhof mit den Säulenrundgängen
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Noch ein Blick von oben in den Innenhof mit den Säulenrundgängen, zu welchen wir jetzt gleich hinunter steigen.

In verschiedenen Räumen des Castell de Bellver befindet sich das Historische Museum der Stadt Palma, welches die Entwicklung der Baleareninsel Mallorca lebhaft dokumentiert.

Nennenswertes zum Museum der Stadt Palma

Im September 1931 hat die spanische Regierung die Abtretung des Waldes und der Burg von Bellver im Rathaus von Palma vereinbart, um die Stadt mit einem öffentlichen Park und einem Kunstmuseum auszustatten. Die Abtretung wurde in Madrid vom Abgeordneten im spanischen Parlament, Alexandre Jaume i Rosselló, unterzeichnet und verwirklicht.

Kaiser Augustus

Dieser Herr ist zweifelsohne ein Römer (Augustus ?), was beweist, dass Mallorca einst zum "römischen Reich" dazugehört hat
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Dieser Herr ist zweifelsohne ein Römischer Kaiser (wahrscheinlich handelt es sich um Augustus), was beweist, dass Mallorca einst zum «römischen Reich» dazugehört hat.

Nennenswertes zum Museum der Stadt Palma

Der Bürgermeister von Palma, Emili Darder i Cànaves, bildete eine städtische Kulturkommission, mit dem Auftrag, das städtische Museum auf dem Castell de Bellver zu erschaffen. Mitglieder und Beauftragte waren:

Sie begannen im Jahr 1932 mit der Errichtung des Museums, das im Juni 1936 eingeweiht wurde.

Statue aus der Römerzeit

Diese gebildete Dame scheint auch aus der Römerzeit zu stammen
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Diese gebildete Dame mit einer Schriftrolle in der Hand scheint ebenfalls aus der Römerzeit zu stammen.

Nennenswertes zum Museum der Stadt Palma

Das Städtische Museum war vorerst ein provinzielles Museum bis es 1960 zu einem Museum für die Insel Mallorca erweitert wurde. Zu den Sammlungen gehören sehr viele verschiedene Exponate, welche mit der Archäologie, der Kunst und der Geschichte der Insel verbunden sind. Die Hauptsammlungen sind:

  • Sammlung Despuig mit Bildhauerkunst
  • Sammlung archäologischer Materialien aus Höhlen
  • Archäologisches Material der römischen Stadt Pollentia
  • Modelle der nautischen Schule
  • Münzsammlung von Lluís Ferbal Campo
  • Objekt-Sammlung des Gaspar Melchor De Jovellanos

Kaiser Marc Aurel

Er ist zweifellos ebenfalls Römer der Antike (Marc Aurel)
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Diese Marmorbüste zeigt ebenfalls einen Römer der Antike. Es dürfte sich um Kaiser Marc Aurel handeln.

Nennenswertes zum Museum der Stadt Palma

Das heutige aktuelle Museum hat seinen Ursprung 1974 mit festen und wechselnden Ausstellungen in verschiedenen Räumen des Castell de Bellver. Das Museum zur Geschichte der Stadt Palma befindet sich im Erdgeschoss.

Rundgänge

Wir bestaunen die Bauweise der Rundgänge
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Nebst alten Kunstwerken, Schriften und Gemälden begeistert uns aber auch die Bauweise der Rundgänge des Kastells.

Geometrische Strukturen

Durch ihre Rundungen wirken die geometrischen Strukturen leicht und lebendig
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Durch ihre Rundungen wirken die geometrischen Strukturen leicht, lebendig und filigran.

Zurück über die Wendeltreppe

Wendeltreppen verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander
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Enge steinerne Wendeltreppen verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander. Wir kehren auf diesem Weg nach unten zurück.

Der erlebnisreiche Sonntag neigt sich dem Ende zu und wir fahren in den Norden der Insel. Nach einem Nachtessen in der Altstadt von Alcúdia geht es zurück zu unserem Hotel in Cala San Vicente.