Tag 05 (Fr 25.5.2012): Glasbläserei, Puig de Randa, Colõnia de Sant Jordi

© Gipsy Kings – Soy

Gordiola: Vidrios de arte

Eingang zur Glasbläserei Gordiola in Algaida
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Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist die Glasbläserei Gordiola beim kleinen Inselort Algaida. Der Eingang in die Werkstätten befindet sich im unteren Bogengang des wuchtigen Gebäudes.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

Die Familie Gordiola wirbt auf ihrer Webseite mit diesem Begrüssungstext:

«Die Kunst des Glasblasens, die Kunstfertigkeit und die Fähigkeit, das Glas zu verarbeiten, ist einer der grössten Werte unserer Jahrhunderte alten künstlerischen Tradition, die seit 1719 in den Glasherstellungsöfen der Familie Gordiola gepflegt wird. In fast drei Jahrhunderten haben aufeinander folgende Generationen von Kunsthandwerkern und Meister der Glasmacherei mit ihrem Einfallsreichtum, der Inspiration, der Luft ihrer Lungen und der Beweglichkeit ihrer Hände die gläsernen Stücke modelliert. Die Formen, Transparenzen und Spiegelungen verführen uns noch heute und jedes Stück ist einzigartig, Keines ist einem Anderen identisch. Jede Unregelmässigkeit in Form von Blasen oder einer Asymmetrie ist charakteristisch für das von Mund geblasenes Glas und verleiht diesen Werken ihren besonderen Charme.»

Grosses Anwesen und lange Geschichte

Ein altes Anwesen mit Stil und Geschichte
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Das grosse Anwesen der Familie Gordiola hat viel Stil und noch vielmehr Geschichte.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

In einem Buch über die Glasmacher Kunst auf Mallorca und die Familie Gordiola schreibt Dr. Daniel Aldeguer Gordiola im Juli 1990 über seine Vorfahren und ihren unentwegten Einsatz für dieses hier heute noch «live» zu erlebendes Handwerk.

Zu den Vorfahren der Gordiola Familie gehörten:

  • Gordiola-Rigal (1719-1740)
  • Meister Bernardo Gordiola Cànaves (1720-1791)
  • Antonio Gordiola Fortuny (1775-1840)
  • Gabriel Gordiola Carreras (1816-1862)
  • Ana Balaguer Mariano (1820-1876)
  • Gabriel Gordiola Balaguer (1855-1911)
  • Antonia Manera Cirerol (1860-1928)
  • Bernardo Gordiola Manera (1889-1960)
  • Gabriel Gordiola Manera (1894-1974)

Kunst des Glasblasens

Die Kunst des Glasblasens live miterleben
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Die Kunst des Glasblasens kann hier live miterlebt werden.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

Die Geschichte der Glasfertigung auf Mallorca beginnt um 600 v. Chr. Bereits zu dieser Zeit haben die Phönizier auf Mallorca Glas hergestellt. Ihr Wissen um die Glasherstellung hinterliessen den Römern, was Funde in Artà und Alcúdia belegen.

Die Römer wussten, wie sie Glas färben konnten, aber erst die Mauren haben beim mallorquinischen Glas die erste Farbe eingeführt: Grün, die Farbe der Propheten. Seit 1232 hat sich diese Farbe auf der Insel in vielen Glasbläsereien erhalten. Auch die Vorliebe, für reich verschnörkelte und manchmal fast zwiebelförmige Formen, hat ihre Parallelen und Vorbilder in den Glaskunstwerken, welche die Mauren nach byzantinischem Vorbild auf Mallorca einführten.

Glasofen

Das Glas wird zum Glühen gebracht
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In einem der Öfen wird das Glas zum Glühen gebracht.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

Die wichtigsten Orte und Unternehmen, die heute noch die Formen und Techniken der Glaskunst beherrschen: Algaida, seit 1719 mit dem Familienunternehmen Gordiola-Manufaktur und nahe Campanet das Unternehmen Menestràlia und S’Esglaieta mit Lafiore.

Finale Formgebung vom Maestro

Die finale Formgebung vom Chef persönlich
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Die finale Formgebung wird vom Maestro persönlich vorgenommen.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

Die christlichen Herrscher wollten ihren Wein aus zierlichen copa de vino trinken und wussten um das wirtschaftliche Potential, das in dieser Kunstfertigkeit steckte. Das Glashandwerk sollte unter ein Monopol gestellt oder im 14. Jh. zeitweise sogar ganz verboten werden.

Was die Glasbläser in Murano bei Venedig fertigten, war so einzigartig, dass die Dogen ihre Kunsthandwerker wie Gefangene hielten und unter Androhung der Todesstrafe verboten, ihr Wissen weiterzugeben.

Anbringen eines Henkels

Das Anbringen eines Henkels
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Hier beobachten wir das Anbringen eines Henkels, auch das gehört zum Handwerk des Glasbläsers.

Infos zur Glasbläserei und Familie Gordiola

Man versuchte damals bei den Katalanen und auf Mallorca alles, um Insider aus Murano zu bekommen. Im Jahre 1600 brach Dermenice Barovier aus Murano aus und kam nach Mallorca. 1605 erhielt er die Genehmigung in den Glasmanufakturen der Insel zu arbeiten. Binnen kurzer Zeit kopierten mallorquinische Glasbläser venezianisches Glas so perfekt, setzten deren Farben- und Formenreichtum so vollendet um, dass noch bis heute viele Stücke von Mallorca von Experten als venezianisches Glas mit Zertifikaten bescheinigt werden. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde auch die farbenprächtige Rosette der Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca gefertigt.

Das Glasmuseum

Treppe zum Glasmuseum
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Über eine Treppe im Hof des Anwesen gelangen wir in das Glasmuseum.

ICH – Das Glas

Gezeugt als Gemenge irdischer Stoffe, geformt durch der Zeiten alchemistischer Kunst. Geboren in der grimmigen Hitze des Ofens, als Produkt einer Wandlung zur schmelzenden Masse; wart ich gestaltet von kunstvollen Händen in mühsamer Arbeit oder den Klauen fremder, grosser Maschinen. Die zehntausend Nuancen des Spektrums mir eigen, ob transparent, matt oder klar ich mich zeige, smaragden, topasgolden, rubinrot schillernd oder als des Menschen edelstes Juwel gekleidet. Und doch ist nicht eitel mein Streben, gar viele Zwecke mir eigen, in hundertfältiger Art und Weise, an unzählig vielen verschiedenen Orten. Überall bin ich verwendbar; doch hört nun, wo ich denn zu finden bin:

Glasarbeiten aus aller Welt

Verschiedene Glasarbeiten aus Peru
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Viele hunderte Exponate zeugen von Glashandwerkskunst auf der ganzen Welt. Hier sind verschiedene Glasarbeiten aus Peru zu sehen, die meisten zeigen die typischen Inka-Symbole.

ICH – Das Glas

Dem Himmelslicht den Weg ich bahne in die Kirchen, Schlösser und Königspaläste. Des Winters Frost ich trotze. Treu lenke ich das Licht zu den Schiffen den grossen und halte sie fern von Gefahren, die lauern an untiefen Stellen. Der Strahlen Vielfalt zum Bündel ich fasse, dass sicher heimkehre, in Nacht und Sturm, der rasende Wagen. Der Glühbirne und Lichtschlange glasklare Hülle, verbreite ich Kunstlicht und mache Reklame.

Glas aus nah und fern

Modernere Glasarbeiten aus Argentinien
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Schlichter und moderner sind die Ausstellungsmodelle aus Argentinien.

ICH – Das Glas

Ich mache mich nützlich, wo Menschen arbeiten, denken und wohnen. Bin eine Zierde und lebe mit im Hause. Ich spiegle dem Menschen sein Ebenbild wider, damit er erkenne die Spuren der Zeit. Ich korrigiere die Augen und helfe beim Lesen und bringe die Schönheit der Welt wieder näher. Die kleinsten, nicht zu erkennenden Feinde, mach ich tausendmal grösser und gereiche dem Menschen zu Wohl und Gesundheit. Ich enthülle Mysterien aus des Universums Tiefe und zeige dem Menschen die fernsten Gestirne.

Saxophon aus Glas

Glassaxophone im Museum
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Beim Modell No. 697 handelt es sich um ein Saxophon aus Glas. Da es «hinter Glas» ist, lässt sich nicht feststellen, ob man dem Instrument Töne entlocken kann 😉

ICH – Das Glas

Mit Wissen weiteres Wissen erfassend, führ’ ich allmählich den Menschen in nicht erforschte, unendlich Sphären. Denn ich bin kaum von den Spuren der Zeit gezeichnet, zeitlos, auf ewig mit Schönheit gesegnet. Jetzt vernehmt, was ich beschneiden sage, dem Menschen bin ich treu ergeben.

Glasobjekt aus Murano

Ausstellungsmodelle aus Murano
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Nicht fehlen dürfen in einer solchen Ausstellung natürlich die einzigartigen Glasobjekte aus Murano bei Venedig.

ICH – Das Glas

Hört ihr Menschen: ICH BIN DAS GLAS.

Puig de Randa

Blick vom Puig de Randa
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Es ist nicht weit von Algaida auf den Aussichtsberg Puig de Randa. Unser Blick schweift von der Ebene bis hin zum Meer, gegen Westen ist am Horizont auch das Tramuntana Gebirge erkennbar.

Wichtiges über Berg und Klöster bei Randa

Der Puig de Randa ist ein 542 m hoher Berg im Süden Mallorcas. Seine markante Form ist weithin sichtbar und wirkt von weitem wie ein Tafelberg. Er erhebt sich zwischen den Orten Algaida und Llucmajor unvermittelt aus der Ebene. Dieser einzeln stehende Berg, zu dessen Füssen das kleine Dorf Randa liegt, erhebt sich steil über der mallorquinischen Tiefebene und ist aus allen Richtungen schon von weitem gut zu erkennen.

«Santuari de Nostra Senyora de Cura»

Eingangstor zum Kloster "Santuari de Nostra Senyora de Cura"
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Auf dem Puig de Randa befindet sich auch das Kloster «Santuari de Nostra Senyora de Cura». Durch das wuchtige Eingangstor gelangen wir ins Innere des Klosters und bewundern die vielen Gebäude, Gärten und immer wieder auch den Blick ins Tal.

Wichtiges über Berg und Klöster bei Randa

Das Franziskaner Kloster «Santuari de Nostra Senyora de Cura» ist das oberste und grösste der drei Klöster auf dem Puig de Randa und für die Mallorquiner nach dem Santuari de Lluc der zweit wichtigste Wallfahrtsort der Insel.

Die drei Klöster auf dem Puig de Randa sind:

Bogengänge, Portale, Bäume und Gärten

Eine angenehme Ruhe breitet sich aus
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Ehrwürdige Bogengänge, prächtige Portale, riesige Bäume und schöne Gärten laden zum Verweilen ein.

Wichtiges über Berg und Klöster bei Randa

Seinen Ursprung hat die «Cura», wie das Kloster kurz genannt wird, in Einsiedeleien, die gleich nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas durch König Jakob I von Aragón im Jahre 1229 hier entstanden. Auf dem Berg finden sich aus dieser Zeit noch in den Fels gehauene Schlafstellen. Die ehemalige Schlafstelle Ramon Llulls, die noch heute mit Blumen und Gaben geschmückt wird, befindet sich in einer Felsspalte südlich unterhalb der Cura.

Das Santuari de Nostra Senyora de Cura ist eng mit dem Namen Ramon Llull (1232–1316) verbunden. Der berühmte mallorquinische Logiker, Philosoph und Theologe, der am Hof des Königs aufwuchs und zunächst als Erzieher des Prinzen tätig war, zog sich 1263 als Eremit auf den Puig de Randa zurück und lebte und arbeitete hier fast zehn Jahre.

Seit Mitte des 19. Jh. verfielen die Bauten der Cura zusehends und erst im August 1913 wurde den Franziskanern Tertiaren offiziell die Benutzung dieses Wallfahrtsortes von der Diözese wieder zugesprochen.

Pilgerort

Die kleine Kirche für die hier übernachtenden Pilger
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Die kleine Kirche dient den Gebeten der wenigen Pilger, welche den Weg hinauf zum Puig de Randa noch gehen und hier im Kloster eine Übernachtungsmöglichkeit finden.

Wichtiges über Berg und Klöster bei Randa

Heute gehört die Cura zu den Klöstern Mallorcas, in denen der Trakt mit den alten Mönchszellen renoviert wurde und jetzt von den Franziskaner-Brüdern als Hotelpension mit 32 Zimmern betrieben wird, das nicht nur Pilger aufnimmt.

Eigentlich ist die Bezeichnung «Kloster» nicht korrekt. Auf ganz Mallorca gibt es kein eigentliches «Kloster». Es handelt sich ausnahmslos um Santuari (Heiligtümer) oder Eremita (Einsiedeleien). Santuari de Cura wird von vier Fratres des Franziskaner-Ordens verwaltet.

Im ehemaligen Grammatiksaal des Santuari de Cura ist heute ein kleines Ramon-Llull-Museum untergebracht. Hier findet man zahlreiche alte Schriften, Gebrauchsgegenstände und Bilder von Ramon Llull.

Playa de Es Trenc bei Colònia de Sant Jordi

Hier beginnt der kilometerlange Strand von Es Trenc bei der Ortschaft Colònia de Sant Jordi
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Weiter geht die Fahrt bis nach Colònia de Sant Jordi. Hier gibt es ein leckeres Mittagessen unter den Sonnenschirmen des Restaurant Marisol mit Blick auf die «Playa de Puerto». Nach dem Mittagessen spazieren wir durch den Ort bis zum Universal Hotel Marqués, wo der kilometerlange Strand Es Trenc beginnt.

Türkis-blaues Meer

Der Blick zurück zum Ort
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Nach einem halbstündigen Spaziergang über Sand und Felsen dem Strand von Playa de Es Trenc entlang, schauen wir über das türkis-blaue Meer zurück auf den Ausgangsort Colònia de Sant Jordi.

Gute Luft, Strand und Meer

Am Strand von Es Trenc
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Auf dem Rückweg nach Colònia de Sant Jordi geniessen wir die tolle Aussicht auf Strand und Meer, sowie die gute Luft hier draussen. Es ist bereits spät am Nachmittag und wir beenden hier unseren Tagesausflug.

Zurück bei Mietwagen fahren «nach Hause» in unser Hotel in Cala San Vicente.