Tag 04 (Do 24.5.2012): Palma de Mallorca und El Pueblo Español

© Gipsy Kings – Hotel California

La Catedral-Basílica de Santa María de Palma de Mallorca

La Seu - die Kathedrale von Palma de Mallorca
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Die Kathedrale, welche zu den wichtigsten Bauwerken der gotischen Stilrichtung zählt,  ist über 109 m lang und 33 m breit. Die Kathedrale von Palma de Mallorca wird im Volksmund liebevoll «La Seu» genannt.

Informationen zu Palma de Mallorca

Obwohl grösstenteils «gotisch» vereint die Kathedrale unterschiedliche Stilelemente, welche über die Jahrhunderte dazu gekommen sind. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Hauptaltar vom katalanischen Jugendstil-Architekten Antoni Gaudí umgestaltet. Die rechte Seitenkapelle wurde erst 2007 fertiggestellt und vom bekannten zeitgenössischen Künstler Miquel Barceló gestaltet. Wegen der 61 seitlichen Buntglasfenster und den beiden grossen Fensterrosetten heisst «La Seu» auf «Kathedrale des Lichts».

Grösste gotische Rosette der Welt

Das wuchtige Portal und das "Auge Gottes"
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Die Kirche hat ein wuchtiges Portal über dem ein verglastes Rundfenster thront. Dieses hat einen Durchmesser von über 12 m und wird auch als «grösste gotische Rosette der Welt» bezeichnet.

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Vor dem Eingang zur Kathedrale gab es schon immer lange Besucherschlangen. Früher waren es die Armen, welche für ein Almosen der Obrigkeit geduldig ausharrten. Heute sind es Touristenströme aus aller Welt, die gegen gutes Geld ins Innere gelangen möchten.

Parque del Mar

Der Parque del Mar mit künstlichem Salzwassersee und Springbrunnen
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Zwischen den Mauern vor der Kathedrale (las murallas) und der Hafenstrasse Palmas (Autopista de Llevant) liegt der 9 Hektar grosse Parc de la Mar bestehend aus einem künstlichen Salzwassersee und einem Springbrunnen in seiner Mitte.

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Der 1970 erbaute Park bietet für Alle etwas und ist zu einem Treffpunkt für Einheimische und Besucher aus aller Welt geworden. Es gibt hier:

  • Salzwassersee mit Springbrunnen
  • Gärten und Spielplätze
  • Bars und Cafés
  • ein Auditorium

Im Park werden regelmässig verschiedene Anlässe durchgeführt, u.a.:

  • Konzerte
  • Märkte mit Kunsthandwerk
  • Beliebtes Freiluftkino mit auf dem See schwimmender Leinwand

S’Hort del Rei

Die Gartenanlage Hort Del Rei gehört zum Königspalast La Almudaina
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In unmittelbarer Nähe zur Kathedrale befindet sich auch der Königspalast von Palma de Mallorca, genannt La Almudaina. Zum Palast gehört auch die wunderschöne Gartenanlage Hort del Rei mit dem lang gezogenen Springbrunnen, dem eindrücklichen Wasserspiel und den Schatten spendenden Laubengängen.

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Die Gärten von S’Hort del Rei wurden in den 1960er Jahren neu gestaltet. Es wurden auch neue Figuren, wie die Skulptur «Monumento a la Mujer» von Joan Miró, aufgestellt.

Paseo Marítimo

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Vom Paseo Marítimo können wir einen Blick zurück auf die Türme der Kathedrale und des Königspalastes werfen.

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Der Paseo Marítimo ist eine wunderschöne Promenade mit dem offiziellen Namen «Avenida Gabriel Roca», benannt nach ihrem Schöpfer, dem von 1940 bis 1962 hier tätigen Gabriel Roca.

Der «Inselgeist»

Steinskulptur "ES GENIE DE SES ILLES" am Paseo Marítimo in Palma de Mallorca
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Unterwegs am Paseo Marítimo entdecken wir verschiedene Skulpturen. Dieses Monument nennt sich «Genio de las Islas», was soviel wie «Inselgeist» bedeutet und wurde von der spanischen Künstlerin Luisa Granero erschaffen.

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Luisa Granero ist 1924 in Barcelona geboren und wuchs dort in der armen andalusischen Familie auf. Sie begann in den Werkstätten von Bildhauern wie Jaume Otero und Martí Llauradó i Mariscot als Model zu arbeiten und verliebte sich dabei in diese Arbeit.

El Pescador

Fischer beim Flicken der Netze
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Nebst den Kunstwerken aus verschiedenen Materialien begegnen wir entlang dem Hafen auch Menschen aus Fleisch und Blut. Dieser Fischer ist mit den Flicken seiner Netze beschäftigt. Das harte Leben auf und mit dem Meer, Wind und Wetter sind ihm ins Gesicht geschrieben.

«Bou»

Die Bronzeskulptur "Bou" von Santiago Calatrava beim Museum für moderne Kunst "Es Baluard"
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Gleich darauf hat uns die Kunst wieder eingeholt, denn wir passieren wir das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst «Es Baluard». Auffällig ist die Bronzeskulptur «Bou» aus dem Jahr 2007 geschaffen von Santiago Calatrava, dem 1951 in Valencia geborenen spanisch-schweizerischen Künstler.

Informationen zu Palma de Mallorca

Santiago Calatrava Valls absolvierte die Schule und das Gymnasium in Valencia. Von 1969 bis 1973 studierte er dort Architektur mit einem Nachdiplomstudium in Urbanistik an der Escuela Técnica Superior de Arquitecture. An der ETH Zürich studierte er von 1975 bis 1979 Bauingenieurwesen, wo er mit dem Thema «Zur Faltbarkeit von Fachwerken» bei Herbert Kramel promovierte. 1992 erhielt er die Goldmedaille der Institution of Structural Engineers. Er lebt und arbeitet heute in Zürich und New York.

Zu den bekanntesten Bauten von Santiago Calatrava gehören:

Port de Palma

Am Hafen von Palma de Mallorca
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Zwischendurch schauen wir auch immer wieder Richtung Meer und den Hafen Port de Palma. Im Hafen von Palma wimmelt es von Fischerbooten, Segelyachten, sowie grösseren und kleineren Motorbooten.

«Costa Serena»

Die Costa Serena ist ein Kreuzfahrtschiff der Costa Crociere
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Beobachten kann man am Port de Palma auch viel grössere Schiffe, u.a. die Fähren, welche Mallorca mit dem Festland verbinden oder Kreuzfahrtschiffe.

Informationen zu Palma de Mallorca

Das Kreuzfahrtschiff Costa Serena der italienischen Kreuzfahrt Gesellschaft Costa Crociere aus Genua liegt gerade hier vor Anker.

Im Hafenviertel Es Jonquet

Eine alte zerfallene Mühle
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Nebst der Kathedrale und dem Castell de Bellver gehören auch die Windmühlen zu Palmas Wahrzeichen. Diese denkmalgeschützten Windmühlen im Hafenviertel Es Jonquet, welche sich noch immer in Privatbesitz befinden, sind aber leider in einem ruinösen Zustand.

Mühle-Pracht

Es geht auch anders: Zwei restaurierte Windmühlen
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Unweit der Mühlen-Ruinen stehen diese zwei der Stadt Palma gehörenden Mühlen. Sie wurden fachmännisch renoviert und bilden heute ein prächtiges Bild.

Ein «Hingucker»

Ein Wahrzeichen Palmas nebst der Kathedrale und dem Castell de Belver sind die gut erhaltenen Windmühlen
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Ein richtiger «Hingucker» ist diese sanierte Mühle allemal.

Schon bald erreichen wir das nächste Ziel des heutigen Tages, das «spanische Dorf» mitten in der Stadt Palma.

El Pueblo Español

Übersichtsplan des Pueblo Español von Palma de Mallorca
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Das Pueblo Español ist eine Freilichtausstellung bestehend aus nachgebauten Gebäuden, welche die Wahrzeichen der spanischen Städte verkörpern. Auf einer Übersichtstafel beim Eingang zur Ausstellung sind die Bauten namentlich aufgeführt.

Wissenswertes zum Pueblo Español

Das heutige Gelände des «Nuevo Pueblo Español Mallorca» besteht aus 18 Häuserblocks, 15 Strassen und 12 Plätzen. Insgesamt sind 72 bekannte spanische Bauten massstabsgetreu mit den Materialien der Ursprungsregion erstellt worden.

La Mezquita pequeña

Ein gut gelungener Nachbau der Mezquita-Catedral de Córdoba
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Ein gut gelungener Nachbau einer Säulenszene aus der Mezquita-Catedral de Córdoba.

Wissenswertes zum Pueblo Español

Auf der Informationstafel beim Eingang zum «spanischen Dorf» ist eine Auswahl der Reproduktionen aufgeführt:

Alle Sehenswürdigkeiten nah beisammen

Links: Torre y fachada de Santa Catalina aus Valencia, Rechts: Iglesia Torralba de Ribota aus Zaragoza
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Gleich nebeneinander am gleichen Platz befinden sich der «Torre y Fachada de Santa Catalina» aus Valencia (links in weiss) und die «Iglesia Torralba de Ribota» aus der Provinz Saragossa (rechts in rot).

Spaniens Gassen

Teilweise befinden sich auch Museumsräume in Innern der Gebäude
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Wir schreiten durch die Gassen Spaniens und besuchen auch einige Museumsräume, die sich im Innern der Gebäude befinden.

Wissenswertes zum Pueblo Español

Der Historiker und  Architekt Fernando Chueca Goitia setzte sich in den 1960-er Jahren zum Ziel, die verschiedenen Baustile und Facetten seines Landes in einem «Dorf» zusammen zu fassen. 1965 begannen die Bauarbeiten und im März 1967 wurde das «Pueblo Español» dann eröffnet.

Original oder Kopie?

Bis ins kleinste Detail werden die Gebäude und Skupturen nachgestellt
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Auffallend ist vor allem, wie die Gebäude und Skulpturen bis ins kleinste Detail den Originalen nachgestellt sind.

Wir verlassen nun das «Pueblo» wieder und kehren in die wahrhaftige Hauptstadt Mallorcas zurück.

Es Baluard de Sant Pere

Bastió de Sant Pere
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Auf dem Rückweg zur Altstadt von Palma treffen wir erneut auf die «Es Baluard de Sant Pere» und nehmen uns dieses Gebiet nun genauer unter die Lupe, sprich Linse. In dieser Festung befindet sich das Museum «Es Baluard».

Informationen zu Palma de Mallorca

Es Baluard de Sant Pere ist ein Teil der alten Stadtmauern aus der Zeit der Renaissance und diente als Befestigungsanlage. Die Anlage befand sich im Zustand des Verfalls und wurde anlässlich des Baus des Museum «Es Baluard» umfassend saniert und 2004 zusammen mit dem Museum eröffnet.

Parc de Sa Feixina

Über den Pont de la Riera gelangt man in den Parc de Sa Feixina
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Über den Torrent de la Riera gelangt man auf der Brücke «Pont de la Riera» in den öffentlichen Park «Parc de Sa Feixina». Im Park gibt es schöne alte Bäume, viele Skulpturen und auch einen Brunnen mit Wasserspiel.

Grosse Denkmäler

Denkmäler im Parc de Sa Feixina
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Im Parc de Sa Feixina treffen wir auf zwei grosse Denkmäler, welche an die Gefallenen des spanischen Bürgerkrieges von 1936 bis 1939, u.a. an die Seeschlacht von Cabo de Palos, erinnern.

Torrente de la Riera

Torrente de la Riera
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Zwischen den Mauern der Festung und dem Park fliesst der kanalisierte Torrente de la Riera, welchen wir abermals überqueren und zum nördlichen Teil der Baluard de Sant Pere mit dem Eingang zum Museum Es Baluard gelangen.

«Device to Root Out Evil»

"Device to Root Out Evil" des US-amerikanischen Künstler Dennis Oppenheim
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Nebst vielen Kunstwerken spanischer Meister gibt es in Palma auch ein ganz spezielles Monument mit dem Namen «Device to Root Out Evil» des US-amerikanischen Installations-Künstlers Dennis Oppenheim. Bei uns würde man sagen: «Die Kirche bleibt im Dorf, egal wie!».

Aussicht beim Museum Es Baluard

Blick über die Dächer von Palma bis zur Kathedrale La Seu
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Von einer Aussichtsplattform beim Museum können wir einen Blick über die Dächer von Palma de Mallorca bis hin zur La Seu werfen. Im Hintergrund erkennt man auch das Mittelmeer.

Informationen zu Palma de Mallorca

Das 5’000 m² grosse Museum Es Baluard erstreckt sich über drei Stockwerke. Nebst vielen Rampen, Balkonen und Galerien, gibt es im obersten Museumsbereich Terrassen, welche spektakuläre Ausblicke über die Stadt und die Bucht von Palma zulassen.

Wo sind wir hier?

Ohne Worte
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Nein, wir sind nicht in Italien! Auch in Palma de Mallorca wird die Wäsche zum Trocknen ins Freie gehängt. Mit viel Fantasie erkennt man in dieser Szene: Ein einfaches farbiges Kunstwerk mitten aus dem mediterranen Leben auf Mallorca.

Enge Gassen

Durch enge Gassen
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Wir gehen weiter und erreichen die Altstadt von Palma de Mallorca mit ihren engen Gassen. Die Licht-Schatten-Spiele machen das Fotografieren guter Bilder nicht gerade leichter.

Informationen zu Palma de Mallorca

Die Altstadt Palmas ist geprägt von den Kulturen, die die Insel einst beherrschten, so sind römische, maurische oder christliche Zeugen an allen Ecken zu finden. Charakteristisch sind die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden und meist heute noch sehr gepflegten Herrenhäuser. Ganz besonders die Innenhöfe dieser stolzen Bauten sind äusserst sehenswert.

Passeig des Born

Entrée zum berühmtesten Boulevard von Palma, dem Passeig des Born
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Die beiden Sphinxe sind Zeichen dafür, dass wir die schönste Flaniermeile Palmas, den «Passeig des Born» erreicht haben.

Informationen zu Palma de Mallorca

Seit mehr als einem Jahrhundert ist der Passeig des Born, diese von Bäumen gesäumte Promenade das Zentrum des Stadtlebens. Viele Volksfeste oder Demonstrationen haben hier stattgefunden. Unzählige Generationen von Familien, die hier ihren Abendspaziergang genossen haben, hat dieser Ort erlebt.

Strassencafés

Ein Strassencafé am Passeig des Born
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Im Schatten der Bäume lässt man es sich in einem der Strassencafés gut gehen.

Informationen zu Palma de Mallorca

Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts schien der Passeig des Born im städtischen Verkehr zu ersticken. Viele alte ehrwürdige Geschäfte hatten schon lange ihre Pforten geschlossen und es wimmelte von verlassenen Gebäuden oder Billigläden. Die Promenade war Treffpunkt schmuddeliger Trinker. Im Jahr 2002 änderte sich dies, dank Verkehrs beruhigender Massnahmen und der Ansiedlung von neuen Geschäften meist aus der Modebranche. Heute ist der Passeig des Born das Zentrum für gehobenes Einkaufen und mit der Fülle von stilvollen Strassencafés ein Entspannungsort und Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Leuchtende Fassaden

Typische Häuserkulisse, hier am Passeig des Born 22
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Die Hausfassaden auf beiden Seiten des Passeig des Born leuchten in ihren prächtigen Farben.

Informationen zu Palma de Mallorca

Viele internationale Geschäfte besitzen heute am Passeig des Born eine Filiale, dazu gehören unter anderen grossen Namen auch diese:

Can Casasayas y Pensión Menorquina

Can Casasayas vom Architekt Francesc Roca
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Das Gebäude Can Casasayas und die Pensión Menorquina erinnern stark an Barcelona’s Bauwerke von Antoni Gaudí, wurden aber vom lokalen Architekten Francisco Roca Simó zwischen 1908 und 1910 erbaut.

Informationen zu Palma de Mallorca

Der Eigentümer der Konditorei Can Frasquet, Josep Casasayas Casajuana war der Auftraggeber für den Bau dieser zwei identischen, symmetrisch aufgegliederten Häuser im Jugendstil. Im Erdgeschoss sind konstruktive Elemente sichtbar, beispielsweise die Metallsäulen. Die oberen Etagen wirken durch die Wellenform sehr dynamisch und plastisch. Fenster und Türen besitzen Parabelbögen und weitere abwechslungsreiche Formen. Dekorationselemente wurden eher sparsam eingesetzt, man sieht Darstellungen von Farnkraut, Bärenklau und Schmetterlingen, insbesondere an den Kapitellen und dem Schiedeisen der Balkone.

Bühne frei für Architektur-Fans und Shopper

MItten in der Altstadt von Palma
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In der Altstadt von Palma schlagen nicht nur die Herzen der Architektur-Fans höher, auch das Shopper-Herz kommt sicher nicht zu kurz. Die Gassen sind voll mit lokalen, nationalen, aber natürlich auch internationalen Geschäften.

Jetzt ist es an der Zeit, die Hauptstadt Palmas wieder zu verlassen und die Rückfahrt nach Cala San Vicente unter die Räder zu nehmen.