Tag 03 (Mi 23.5.2012): Sineu, Coves d’Artà, Cala Rajada, Montuïri

© Gipsy Kings – Caminando Por La Calle

Wochenmarkt von Sineu

Sineu
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Es lohnt sich früh hierher zu fahren, die Parkplätze werden schnell rar, denn es ist Mittwoch und damit Wochenmarkt in Sineu.

«Schinkenstrasse» Mallorcas

Dies ist nicht die berüchtigte "Schinkenstrasse" Mallorcas
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So lecker haben wir uns die berüchtigte «Schinkenstrasse» Mallorcas nicht vorgestellt. Selbstverständlich ist es nicht DIE Schinkenstrasse von S’Arenal, sondern der Verkauf von Serrano-Schinken am Markt von Sineu.

Informationen zu Sineu

Sineu liegt in der Ebene «Es Plà», also praktisch in der in der Inselmitte Mallorcas.

Pollo asado

Pollo asado
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Der Wochenmarkt in Sineu wird seit dem Jahr 1306 durchgeführt. Hier gibt es einfach alles zu kaufen, aber auch viel Leckeres, z.B. Pollo asado.

Informationen zu Sineu

1300 liess der damalige Insel-Herrscher, König Jaume II, durch das hügelige Inselinnere eine kerzengerade Landstrasse von Palma via Santa Eugènia nach Sineu bauen. So gelangten die Untertanen möglichst rasch von der Hauptstadt am Meer zum Königssitz im Zentrum der Insel.

Bauern- und Kunsthandwerksmarkt

Ein putziges Kaninchen
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Als eine der Attraktionen dieses Bauern- und Kunsthandwerksmarkt gilt der Verkauf von Tieren aller Art. Dieses putzige Kaninchen sucht eine neue Heimat, hoffentlich geht es ihm nicht so wie den Hühnern und es landet nicht am Spiess oder in einer Pfanne.

Informationen zu Sineu

1306 gewährte König Jaume II der Stadt Sineu das Marktrecht und Sineu wurde über die Jahrhunderte zum Handelszentrum der Insel. Auf dem stark von der Landwirtschaft geprägten Markt werden heute noch Nutztiere, agrarische Lebensmittel aller Art, aber auch Bauern- und Kunsthandwerk angeboten.

Eine «Freigänger» Ziege

Eine typische Ziege der Baleareninseln
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Die angebotenen Tiere werden meist in kleinen Käfigen feil geboten, aber es gibt auch «Freigänger», wie diese  Ziege. Vielleicht weiss sie ja: «Mich nimmt sowieso kein Mensch mit, denn ich bin zu alt, zu faul und zum Essen viel zu zäh».

Informationen zu Sineu

Gegenüber früheren Zeiten werden heute nur noch wenige Tiere am Markt gehandelt. Böse Zungen behaupten, die Vierbeiner werden nur noch hierher gekarrt um für die Touristen als Fotoobjekte zu dienen.

«Lammfromm»

Ein Schaf wartet auf seinen Käufer
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Schon eher einen Käufer finden wird dieses Lamm. Ob es zu seinem Vorteil ist, lässt sich bezweifeln.

Informationen zu Sineu

Das von Jaume II aus der maurischen Zeit stammende und in den befestigten Königspalast umgebaute Gebäude, wurde im 16. Jh. in ein Kloster verwandelt, wo heute noch Nonnen zu Hause sind.

Eier legende Hühner

Mallorquinische Hühner
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Da sind sie wieder, die Pollos, weniger asado, aber hoffentlich Eier legend, so dass sie nicht am Grill landen.

Informationen zu Sineu

Sineu ist auch heute noch geprägt von den verschiedenen Kulturen, die diesen Ort in vergangenen Zeiten belebten:

  • Römer nannten die Siedlung «Sinium»
  • Mauren verwendeten den Namen «Yiynau»
  • Spanier erst «gründeten» Sineu

Pfarrkirche Nuestra Senyora de los Angeles

Parròquia de Santa Maria de Sineu
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Zwischendurch bewundern wir auch die zum Teil prächtigen Gebäude, allen voran die Pfarrkirche Nuestra Senyora de los Angeles.

Informationen zu Sineu

Nachdem die ursprüngliche Kirche 1505 vollständig nieder brannte, wurde eine komplett neue Pfarrkirche errichtet. Das heutige Bauwerk besteht aus dem frei stehenden Glockenturm, hohen gerundeten Stützpfeilern und den, die heiligen Sakramente darstellenden, Glasfenster.

Vor der Kirche befindet sich der «geflügelte Löwe» von Sineu. Das 1945 erstellte Denkmal «Lleó de Sant Marc» erinnert an den heiligen Markus, Schutzpatron Sineus.

Töpferwaren = «Mitbringsel»

Ein typisches Mitbringsel aus den Ferien auf Mallorca sind Töpferwaren aller Art
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Man findet am Markt auch Töpferwaren aller Art und in allen Formen, sind sie doch typische Mitbringsel aus den Mallorca Ferien.

Informationen zu Sineu

Eines der traditionsreichsten Handwerke auf Mallorca ist die Töpferei, genannt «Ollería». Tonwaren werden in Brennöfen bei einer Temperatur von etwa 1’000 Grad «gebacken».

Frische Früchte und knackiges Gemüse

Frische Früchte und knackiges Gemüse
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Frische Früchte und knackiges Gemüse suchen ihren Abnehmer, da ist sicher auch unser Hotelkoch dabei.

Informationen zu Sineu

Etwa 10% der mallorquinischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und «beackert» ca. 75% der Inselfläche. Verschiedenste landwirtschaftliche Produkte werden hier angebaut, geerntet und verkauft, wie zum Beispiel:

  • Mandeln
  • Oliven
  • Kartoffeln
  • Melonen
  • Wein

«Lüpfige» Unterhaltung

Lüpfige Unterhaltung durch Strassenmusiker während eines Erfrischungsdrinks
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Bei einem Kaffee geniessen wir die «lüpfige» Unterhaltung durch drei Strassenmusiker.

Anschliessend kehren wir zum grossen Parkplatz zurück, steigen in den Seat Ibiza und fahren in die Nähe von Canyamel zu den Coves d’Artà.

Coves d’Artà

Der Eingang zu den Cuevas de Artá liegt auf Klippen über dem türkisblauen Meer
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Der Eingang zu den Coves d’Artà liegt auf den Klippen hoch über dem türkis-blauen Meer in der Bucht von Canyamel.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Die Coves d’Artà sind neben den Coves del Drac und den Coves dels Hams das bekannteste Höhlensystem im Osten von Mallorca. Während die beiden anderen Höhlen nahe der Ortschaft Porto Cristo liegen, sind die «Höhlen von Artà» weiter nordöstlich gelegen. Die Höhlen befinden sich an der Südseite des Cap Vermell, einer Halbinsel, die eine kleine Meeresbucht nach Norden abgrenzt, in die der Torrent de Canyamel mündet. Am dortigen Platja de Canyamel entwickelte sich Ende des 20. Jh. der Touristenort Canyamel. Nördlich des Ortes führt eine gut ausgebaute und ausgeschilderte Strasse bis zu einem Parkplatz am Höhleneingang. Der Eingang zu den Höhlen Coves d’Artà, mit der 1860 anlässlich des Besuchs der Königin Isabella II erbauten Treppe, liegt etwa 50 m über dem Meeresspiegel und bietet einen hervorragenden Blick über die Bucht von Canyamel.

Vorsaal oder Vestibül

Der „Vorsaal“ oder das „Vestibül“
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Als erstes betreten wir den sogenannten Vorsaal oder auch Vestibül. Die imposante Grösse dieser Höhle lässt sich bereits erahnen.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Die Coves d’Artà wurden von Piraten als Zufluchtsort genutzt. 1229 flüchteten maurische Soldaten vor den Truppen von König Jaume I in die Höhlen und wurden hier ausgeräuchert.

Riesige Tropfsteinsäulen

Die Tropfsteinsäulen sind bis zu 22m hoch
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In der Höhle gibt es Tropfsteinsäulen bis zu einer Höhe von 22 m.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Die Coves d’Artà sind ein Höhlensystem, das auf sehr gut gesicherten Wegen, anlässlich eines in mehreren Sprachen geführten Rundgangs, besichtigt werden kann.

Orgelpfeifen

Eine Verwechslung mit Orgelpfeifen ist manchmal nicht auszuschliessen
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Sind es Orgelpfeifen in einer Kirche oder doch Kalksäulen in der Höhle, der Phantasie kann man hier freien Lauf lassen.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Nach dem Vestibül betritt man den «Saal der 1’000 Säulen». Viele der Stalagmiten und Stalaktiten haben sich dort zu durchgängigen Säulen vom Boden bis zur Höhlendecke vereint.

Unwirklich scheindende Kulisse

Lightshow à la Coves d'Artà
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Zur Führung durch die Cuevas de Artà gehört auch eine Vorführung mit Lichterspiel und sphärischer Musik, eine unglaubliche und unwirklich scheinende Kulisse.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

In der Mitte des «Saal der Säulenkönigin» steht die höchste der Tropfsteinsäulen, die «Königin der Säulen». Weitere Blickfänge sind das «Zelt», das «Tabernakel» oder der «Thronhimmel», alles fantasievolle Namen für eindrucksvolle Naturschauspiele.

Farbwechsel

Eine Studie in Originalfarben
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Diese Kalkformation in Original verändert sich durch das Beleuchten mit farbigen Lampen…

An der gleichen Stelle aber ein paar Sekunden später
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…die gleiche Formation ein paar Sekunden später in tiefblauem Licht, fantastisch…

Perfekt erwischt, ohne Photoshop, versprochen!
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…perfekt erwischt und versprochen: ohne Einsatz von Photoshop oder Ähnlichem.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Die einzelnen Bereiche der Höhle werden mit unterschiedlichem Licht ausgeleuchtet. Auf dem Rundgang gelangt man auch in die «Hölle», wo eine Lichterschau mit Musikbegleitung geboten wird.

Verrückte Szenerie

Gespenstisch, surreal, aber irgendwie einfach schön
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Noch verrückter wirkt die Szenerie, wenn sich künstlich belichtete und natürliche Farben vermischen.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Natürlich gelangt man aus der «Hölle» auch noch ins «Paradies». Dieses ist mit 54 m die grösste Höhle der Coves d’Artà und gleicht einem Domschiff. Einige Säulen bilden die «Glocken» und es ertönen harmonische Klänge wenn man sie mit einem Stein anschlägt.

Natürliche Farbgebung

Natürliche Farbgebung, auch spannend
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Auch die natürliche Farbgebung lässt die Gesteine sehr spannend aussehen und beeindruckt die Sinne genauso.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Folgender Absatz aus dem Gedicht «La deixa del Geni Grench» des mallorquinischen Poeten Miquel Costa i Llobera ist auf einer Tafel an der Felswand des sogenannten «Flaggensaal» angebracht:

«Per un batec de l’ansia amb que ton cor expira,
dariem les centúries de calma que tenim.»

«Für einen Schlag des Herzens, das in Angst stirbt,
würden wir all die Ruhe von Jahrhunderten geben.»

Nur noch Staunen

Die Natur lässt uns staunen
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Auch ohne künstliche Farben versetzt uns die Natur in Staunen.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Auf dem Rundgang werden noch weitere Säle passiert, u.a. der «Brunnensaal», in welchem Figuren wie die «Bronzesäule» oder «Acherons Boot» bestaunt werden können.

Gerippe, Gebeine? Nein Gesteine

Gerippe, Gebeine? Nein, nur Kalk und Gesteine!
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Gerippe? Gebeine? Nein, nein, nur Kalk und Gesteine!

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Seit 1869 haben sich in das Gedenkbuch der Coves d’Artà viele bekannte Persönlichkeiten eingetragen, u.a.:

Versteinerter Wald

Geschaffen vom grössten Künstler unseres Planeten: der Mutter Erde
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Die Natur hat hier einen versteinerten Wald erschaffen, einfach grandios. Ein Zeichen auch dafür, dass die Mutter Erde der grösste Künstler auf unserem Planeten ist.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Wachstum der Tropfsteine in einer Höhle wie die Coves d’Artà einen Zentimeter in 100 Jahren beträgt. Die «Königin der Säulen» und grösster Stalagmit Europas ist dementsprechend bereits 220’000 Jahre alt.

Der Bison

Ein versteinerter Bison?!
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Ein versteinerter Bison gehört zu den Höhepunkten, derer man in dieser eindrücklichen Höhle viele erlebt.

Geschichte und Fakten zu den Coves d’Artà

Der Rundweg durch die Coves d’Artà ist etwa 300 m lang und der Rundgang dauert ca. 30 Minuten. Sommer und Winter herrscht in den Höhlen eine gleich bleibende Temperatur von etwa 18 Grad.

Frische Seebrise

Nach dem Halbdunkel der Höhle sind wir zurück am blauen Meer
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Nach dem Halbdunkel der Höhle sind wir zurück am blauen Meer und nach der mulmigen Höhlenluft atmen wir die frische Seebrise ein.

Eine kurze Fahrt folgt und wir erreichen das nächste Tagesziel.

Cala Rajada

Der kleine Hafen von Cala Rajada
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Cala Rajada ist ein kleiner Fischerort. Der Name bedeutet auch «Rochenbucht». Hier werden heute noch Rochen und Langusten gefangen.

Informationen zu Cala Rajada

Antifaschistische deutschsprachige Schriftsteller bildeten hier ab dem Anfang der 30er Jahre eine Exil Kolonie und verliessen die Insel erst im Juli 1936 nach dem Putsch von Franco.

Die Liste der Exilanten ist lang:

Sonnenschein und Meeresluft

Ein kühles Bier für die durstige Kehle
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Wir geniessen die Meeresluft, den Sonnenschein und löschen unseren Durst mit Blick auf den kleinen Hafen.

Auf der Rückfahrt von Cala Rajada machen wir noch in der Mühle-Stadt halt.

Montuïri

Die Pfarrkirche Sant Bartomeu in Montuïri
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Wir parkieren gleich bei der «Kirche im Dorf» und machen uns von hier aus auf den Weg durch die Gassen von Montuïri.

Geschichte und Facts zu Montuïri

Die Pfarrkirche Sant Bartomeu ist ein imposantes Gebäude, erbaut im 14. Jh. und umgebaut im 18. Jh.

Montuïri liegt auf einer Bergkuppe und im Ort gibt es acht noch zum Teil gut erhaltene Steinwindmühlen.

Mühlenviertel «Es Molinar»

Spaziergang durch das Mühlenviertel Es Molinar
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Nach ein paar Minuten erreichen wir im Mühlenviertel «Es Molinar» eine der alten Steinmühlen. Es ist zugleich das noch am Besten erhaltene Exemplar der insgesamt acht Mühlen.

Geschichte und Facts zu Montuïri

Die Gegend um Montuïri ist schon zur Bronzezeit besiedelt worden, offiziell wird Montuïri im Jahre 1329 zum ersten Mal erwähnt. Der Name Montuïri hat die Bedeutung einer «Bergstätte».

Überbleibsel aus früherer Zeit

Zwei der acht Mühlen in Montuïri, Zeugen aus früherer Zeit
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Hier sieht man Überbleibsel von zwei der insgesamt acht Mühlen, Zeugen aus früherer Zeit.

Geschichte und Facts zu Montuïri

Die Windmühlen von Montuïri sind schon seit den 1920er Jahren nicht mehr in Betrieb. Nichts desto trotz wird an diesem Ort noch immer Getreide und Mandeln produziert.

Museu des Molinar de Montuïri

Das Molinar de Montuïri Museum, Zeuge moderner Architektur
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Im Gegensatz dazu das Museu des Molinar de Montuïri, ein Zeuge modernster Architektur. Das Museum wurde 2003 vom mallorquinischen Architekturbüro TEd’A erstellt.

Es ist auch gleich der Abschluss eines sehr interessanten und spannenden Tages und wir kehren müde aber glücklich nach Cala San Vicente zurück.